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STEYR. 2.356 MAN-Mitarbeiter stehen weiter vor einer ungewissen Zukunft. Am Montag geht es für den Betriebsrat wieder an den Verhandlungstisch - die Gegenseite will dort aber vorerst nur über den Sozialplan im Rahmen der Werksschließung sprechen.

 (Foto: rh)
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„Wo ein Wille, da auch ein Weg“, betont Helmut Emler, Chef des Arbeiterbetriebsrates am Donnerstag bei einem Pressetermin mit der SPÖ vor dem MAN-Werkstor in Steyr. „Wir wollen für die Mitarbeiter eine langfristige Perspektive“, sagt Emler, der eine Lösung am Verhandlungstisch anstrebt. „Ein Streik ist immer das letzte Mittel.“

Kein Kontakt mit Wolf

Seit dem sich die Belegschaft am 7. April mit fast zwei Drittel gegen eine Übernahme durch die WSA ausgesprochen hat, gab es von Investor Wolf keinen Kontakt mehr zu den Steyrer MAN-Betriebsräten. „Wir sind nach wie vor für jeden Weg offen. Ob mit MAN, oder einem Investor“, betont Emler. Weiteres Öl ins Feuer gießen wollen er und sein Pendant bei den Angestellten, Thomas Kutsam, nicht. „Wir müssen weiter verhandeln und wollen so viele Arbeitsplätze wie möglich sichern. Dazu brauchen wir die Unterstützung der Politik, um eine zukunftsfitte Lösung zu erzielen“, sagt Kutsam.

MAN auf Kurs Schließung

MAN hatte in den letzten Wochen immer wieder betont, dass es zur Übernahme durch Investor Wolf nur die Alternative Werksschließung gebe. Dies Pläne will man offenbar nun rasch weiter verfolgen. Für die kommende Woche sind ab Montag Gespräche über einen Sozialplan im Zusammenhang mit einer Werksschließung angesetzt. Die Betriebsräte wollen freilich über Alternativen sprechen. Einer Werksschließung wird sicher nicht zugstimmt. „Was wir brauchen, ist ein angemessenes, industrielles Konzept“, so Kutsam.

Gute Auftragslage

Die Auftragslage für das MAN-Werk in Steyr ist aktuell gut, es werden sogar immer wieder Überstunden gemacht. „Wir warten jetzt ab, wie sich die Gespräche in der nächsten Woche entwickeln. Am Verhandlungstisch sind immer Lösungen möglich“, zeigt sich Emler optimistisch.

Unterstützung aus der Politik

Lokal-, Landes- und Bundespolitik haben ihre Unterstützung zugesagt. „Die MAN-Mitarbeiter haben klar Nein gesagt zum Arbeitsplatzraub. Jetzt muss auch die Politik Verantwortung übernehmen“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ). Sie kann sich auch eine Beteiligung der öffentlichen Hand an einem Industriebetrieb wie jenem in Steyr vorstellen. „Auch bei der MAN-Mutter Volkswagen ist das mit dem Land Niedersachsen der Fall.“

Stelzer lädt ins Landhaus

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) lädt gemeinsam mit Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) am Freitag zum Gespräch ins Landhaus ein. Neben den Betriebsräten Emler und Kutsam werden auch Steyrs Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ) und Vizebürgermeister Markus Vogl (SPÖ) dabei sein. „Daneben sind wir auch in Kontakt mit MAN-Vorstandsvorsitzenden Andreas Tostmann, Investor Siegfried Wolf und mit dem Unternehmer Karl Egger, der bekanntlich ebenfalls Interesse an einer Lösung für MAN Steyr bekundet hat“, betont Achleitner. „Wir können nur gemeinsam eine positive Zukunftslösung für MAN Steyr erreichen. Dazu müssen alle Beteiligten wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufeinander zugehen.“


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