Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

REGION STEYR. Laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform mussten im Vorjahr 13 Unternehmen in der Region Steyr Insolvenz anmelden, um sieben weniger als im Jahr 2020.

 (Foto: Erwin Wodicka)
(Foto: Erwin Wodicka)

In den Jahren zwischen 2014 und 2019 bewegte sich die Zahl der Unternehmenspleiten in Steyr und Steyr-Land zwischen 35 und 53. Dann kam die Corona-Krise und im März 2020 der erste Lockdown. Großzügige Staatshilfen und Abgaben-Stundungen führten zu einem deutlichen Rückgang der Firmenpleiten. In der Region waren es 20 im Jahr 2020 und sogar nur 13 im abgelaufenen Jahr. Dieser Trend ist nun aber zu Ende, seit dem dritten Quartal 2021 bzw. massiv seit dem vierten Quartal sei österreichweit eine Normalisierung des Insolvenzgeschehens zu beobachten, sagt Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform. „Vor allem der Wegfall der staatlich verordneten Abgaben- und Steuerstundungen seit dem 1. Juli und die Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht haben ihren Beitrag dazu geleistet.“

Verhinderungseffekte

Waren in den Jahren vor der Covid-Pandemie in Österreich immer rund 5.500 Unternehmen insolvent, so ist der Rückgang um mehr als jeweils 2.000 Fälle in den vergangenen beiden Jahren untypisch. Creditreform hat Walter Schwaiger von der TU Wien die Ausfallsrisiken der Unternehmen durch den so genannten Verhinderungseffekt (Insolvenzen, die durch die staatlichen Maßnahmen verhindert wurden) errechnen lassen. Schwaiger schätzt, dass rund 2.500 Unternehmen insolvenzgefährdet sind. Sollte dieses Gefahrenpotenzial für die Gläubiger schlagend werden, würde Österreich wieder bei der Vor-Corona-Lage von 5.000 und mehr Insolvenzen landen.

Kleine stärker gefährdet

Verstärkt wird die Insolvenzgefährdung durch derzeit nicht einschätzbare Entwicklungen in der Pandemiebekämpfung sowie durch weitere wirtschaftliche Unsicherheiten wie Inflation/Preisdruck, Fachkräftemangel und Mehrkosten durch die Klimapolitik. „Das werden zuerst die Kleinst- und Kleinunternehmen zu spüren bekommen. Das Jahr 2022 wird somit auf jeden Fall ein Mehr an Firmeninsolvenzen bringen“, so Weinhofer. Rückläufig war zuletzt auch die Zahl der Privatinsolvenzen, in Steyr und Steyr-Land waren es im Vorjahr 88. Doch auch hier ist laut Creditreform eine Trendumkehr klar zu erkennen. Bis in den Hochsommer 2021 hinein ging die Zahl der Privatinsolvenzen österreichweit stark zurück.

Entspannung am Jobmarkt

Kurzarbeit und eine sich rasant erholende Wirtschaft sorgten für Entspannung am Arbeitsmarkt. Ebenso hat die angestiegene Sparquote die Reserven der Österreicher anwachsen lassen. Die Sorge um die Gesundheit verstellte zudem den Blick auf die finanziellen Nöte. Das Blatt hat sich aber nun ab dem Sommer und spätestens im vierten Quartal gewendet. Die Zahl der eröffneten Privatinsolvenzen hat schon fast das Vorjahresniveau erreicht.

Schnellere Entschuldung

Dank der im Sommer in Kraft getretenen Erleichterungen in der Restschuldbefreiung stellen wieder mehr Personen einen Insolvenzantrag und nutzen die schnellere Entschuldung aufgrund der Insolvenzrechtsreform. Anstatt in fünf Jahren kann man sich seiner Schulden nun in drei Jahren entledigen. Für 2022 sieht Gerhard Weinhofer einen Anstieg auf bundesweit bis zu 9.000 Insolvenzen. „Die Verteuerung vieler Lebensbereiche – vor allem beim Wohnen, bei den Treibstoffen und bei der Energie – wird auch zu einem Anstieg der Privatinsolvenzen beitragen. Davon unabhängig bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Megatrends Digitalisierung und Klimawende auf den Arbeitsmarkt und damit auf die Insolvenzen haben werden.“ Die Jahre mit sinkenden Privatinsolvenzen seien auf jeden Fall vorbei.<


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Solarfocus schafft in St. Ulrich 40 neue Arbeitsplätze

Solarfocus schafft in St. Ulrich 40 neue Arbeitsplätze

ST. ULRICH. 30 Millionen Euro investiert Solarfocus in den Ausbau des Firmenstandortes an der Eisenbundesstraße in St. Ulrich. Dabei wird in ...

Tips - total regionalRobert Hofer
29 Prozent sind in Steyr-Land mit der Landesregierung nicht zufrieden

29 Prozent sind in Steyr-Land mit der Landesregierung nicht zufrieden

DIETACH. ÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger tourt durch die Bezirke, machte zuletzt in Dietach Station. 

Tips - total regionalRobert Hofer
Werbepreis für neuen Steyrer Markenauftritt 

Werbepreis für neuen Steyrer Markenauftritt 

STEYR. Die Stadt Steyr erhielt für ihren neuen Markenauftritt mit dem Claim „That’s y“ den Werbepreis Caesar in Bronze.

Tips - total regionalRobert Hofer
Wirtschaftspreis für sieben Unternehmer aus der Region Steyr

Wirtschaftspreis für sieben Unternehmer aus der Region Steyr

REGION STEYR. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) ehrte Unternehmer mit Herz, Mut und Ideen mit dem Franz-Kirchgatterer-Wirtschaftspreis. ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Steyrer BMW Werk stellt sich bei E-Motoren-Produktion breiter auf

Steyrer BMW Werk stellt sich bei E-Motoren-Produktion breiter auf

STEYR. 600.000 Elektro-Antriebe will BWM in Steyr künftig pro Jahr herstellen. Jetzt werden am Standort weitere 100 Millionen Euro in eine Hightech-Produktion ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Demokratiewoche in Steyr

Demokratiewoche in Steyr

STEYR. Zwischen 19. und 26. Oktober steht die Zivilgesellschaft unter dem Dach der parteiunabhängigen Plattform „Bündnis2025“ auf und feiert ...

Tips - total regionalRobert Hofer
Weitere Beiträge