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STEYR/WINDISCHGARSTEN. Balwin Bokor, Master-Absolvent der FH Steyr, erhielt eine Auszeichnung vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Die Übergabe des Preises an Balwin Bokor (links) erfolgte durch Elmar Pichl (Sektionsleiter Universitäten und Fachhochschulen) in Vertretung für den Bundesminister. (Foto: BMBWF/Martin Lusser)

Die wissenschaftliche Arbeit von Balwin Bokor (26) aus Windischgarsten zum Thema „Performance-Evaluierung eines dynamischen WIP-Grenzwertes basierend auf der bereitgestellten Kapazität bei Conwip“ wurde mit einem Würdigungspreises für die besten Diplom- und Masterabschlüsse ausgezeichnet. „Dynamische Produktionsplanungsmethoden mit Kapazitätsberücksichtigungen führen zu einer Leistungssteigerung in Bezug auf Bestand und Liefertreue. Dadurch kann mit geringen Lagerbeständen dennoch eine schnelle kundenspezifische Belieferung gewährleistet werden“, erklärt Bokor. Folglich profitieren sowohl Unternehmen als auch Kunden. „Meine Arbeit finde ich so spannend, weil ich gleich drei Wissensgebiete kombiniere: Mathematik, Programmierung und Betriebswirtschaftslehre. Die Frage nach dem ‚Was wäre, wenn‘ fasziniert mich. Oft hat nur die Adaption eines Parameters in der Produktionsplanung wirklich große, langfristige Auswirkungen, die ich mit meinem Modell vorhersagen und aufzeigen kann“, so der 26-Jährige.

Hauptberuflich an der FH

Über sein Studium sagt Bokor: „Durch das Studium Operations Management habe ich mein großes Interesse für die Planung und Simulation von Produktionssystemen entwickelt. Dieser Faszination kann ich nun in den nächsten Jahren im Rahmen meiner Forschungstätigkeit weiter nachgehen“, freut sich Preisträger Bokor. Denn seit Juni 2022 arbeitet Balwin Bokor als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH OÖ am Projekt SCHED-Energy, welches sich mit dem Thema „Energie-effiziente Abarbeitung in einer mehrstufigen Werkstattfertigung“ beschäftigt. Außerdem absolviert er an der JKU das Doktoratsstudium unter der Betreuung von FH-Professor Klaus Altendorfer.

Über die ausgezeichnete Master-Thesis

Kurze geforderte Lieferzeiten von Produkten in Kombination mit einer steigenden Variantenvielfalt und Lagerplatzmangel veranlassen Produktionssysteme zu einer kundenauftragsorientierten Produktion mit kurzen Durchlaufzeiten. Zusätzlich führen Schwankungen in den Kundenabrufen sowie in den Produktionsprozessen zu Belastungsschwankungen für das Produktionssystem. In seiner Thesis wird die Produktionsplanungsmethode CONWIP (Constant-Work-Progress) mit einer periodischen Kapazitätsanpassung kombiniert und um einen dynamisch angepassten Grenzwert für den Umlaufbestand erweitert. Zur Performance-Evaluierung dieser Erweiterungen wird eine kundenauftragsorientierte Fließfertigung mit vier Arbeitsstationen mittels Diskreter Event Simulation abgebildet. Die Simulationsstudie zeigt, dass die Erweiterungen zu einer deutlichen Leistungssteigerung in Bezug auf Bestand und Liefertreue führen.

Würdigungspreis – Staatspreis

Mit diesem Staatpreis, der aus Mitteln der Studienförderung finanziert wird und mit 3.000 Euro dotiert ist, werden jährlich die 55 besten Diplom- und Masterabschlüsse an allen österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen (von insgesamt rund 16.000 Abschlüssen jährlich) ausgezeichnet. Die Vorschläge dafür kommen von den Universitäten, der Privatuniversitätenkonferenz, der Konferenz der Pädagogischen Hochschulen und der Fachhochschulkonferenz. Der Würdigungspreis wurde erstmals 1990 vergeben.


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