BMW-Umbau schreitet voran
STEYR. Ab 2025 werden in Steyr neben Benzin- und Diesel- auch BMW Elektro-Motoren produziert.

Insgesamt investiert die BMW Group dafür rund eine Milliarde Euro in den Standort. Für die Herstellung der neuen E-Antriebe werden zwei Hallen mit insgesamt 60.000 Quadratmetern Produktionsfälche gebaut. Bei einer – einem Anbau für Logistikflächen – stehen bereits seit letztem Herbst Roh- und Stahlbau. „Dach- und Fassade sollen im Frühjahr fertiggestellt sein“, erklärt Helmut Hochsteiner, Leiter Werksintegration E-Antriebe im BMW Group Werk Steyr. Beim größeren der beiden Gebäude ragen bereits die Stahlbauträger aus dem Erdreich. „Die Gleichenfeier für die neue Montagehalle erfolgt voraussichtlich im September“, so Hochsteiner.
Einkauf im großen Stil
Bereits mit Ende letzten Jahres hat das Unternehmen einen großen Teil der über dreihundert Maschinen und Anlagen für die Produktion der E-Antriebe bestellt. „Das heißt wir wissen schon ganz konkret, wie es in den neuen Hallen aussehen wird und wie die Produktion ablaufen wird – bis ins kleinste Detail“, ordnet Helmut Hochsteiner diesen Meilenstein ein. Besonderes Augenmerk hat das Werk dabei auf die Energieeffizienz der Anlagen gelegt: „Kollegen im Werk Steyr haben einen digitalen Energiepass entwickelt, mit dem wir schon im Einkaufsprozess sicherstellen, dass später die Produktion besonders energieeffizient erfolgt.“ Für jede der neuen Anlagen haben jeweils drei Hersteller ein digitales Formular ausgefüllt und darin aufgeschlüsselt, wie viel Strom, Druckluft, Wärme- und Kälteenergie die Maschine braucht. „So konnten wir neben dem Preis und den technischen Daten auch die Energieeffizienz im Einkaufsprozess berücksichtigen. Dadurch rechnen wir im laufenden Betrieb ab 2025 mit Energieeinsparungen von über 20 Prozent“, führt Hochsteiner aus.
Neue Prüfstände
Im Entwicklungszentrum, wo an Hochleistungs-E-Antrieben, Hochvoltspeichern und dem Wärmemanagement für die künftigen Generationen von E-Fahrzeugen geforscht wird, beschäftigt sich schon heute die Hälfte der Mannschaft mit Elektromobilität. Daneben werden hier nach wie vor alle Dieselantriebe für die Fahrzeuge der BMW Group weiterentwickelt. Auf Prüfständen finden die Erprobungen aller Antriebsumfänge statt. Das reicht von ersten Bauteilen und Baugruppen über Vorserien-Antriebe bis hin zur Weiterentwicklung der Serienantriebe, wie etwa der aktuellen Generation des E-Antriebs, die auch im BMW iX1 steckt. In Summe gibt es 59 Prüfstände im Entwicklungszentrum. Diese können beinah jede Fahrsituation abbilden – ob Kaltstart oder Dauerlauf, ob minus 40 Grad Celsius oder 5.000 Meter Seehöhe. In der Vergangenheit wurden hier vorwiegend Verbrennungsmotoren getestet. Bis Ende 2023 wird die Hälfte der bestehenden Prüfstände für Elektromobilität umgebaut und zusätzlich zehn neue Prüfstände errichtet – darunter zum Beispiel Akustikprüfstände für die Elektroantriebe. 50 Millionen Euro werden dafür investiert.


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