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STEYR/OÖ. Forscher der FH OÖ in Steyr erarbeiten Modelle und Methoden, wie etablierte Produktionsbetriebe ihre digitale Transformation service- und kundenorientiert gestalten und neue Wertangebote konzipieren können.

Von links: Markus Baldinge (Pöttinger), Michael Schleicher (Miba), Ulrike Unterer (Bundesministerium), Herbert Jodlbauer (FH OÖ) und Clemens Steiner (Tiger Coatings) (Foto: FH OÖ/Moser)

Das neue Forschungszentrum wird vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) zu 50 Prozent finanziert, die andere Hälfte teilen sich die Unternehmen Miba (Laakirchen), Pöttinger (Grieskirchen) und Tiger Coatings (Wels). Geleitet wird das neue Josef Ressel Zentrum an der FH Steyr von Herbert Jodlbauer.

Umdenken nötig 

Wollen etablierte produzierende Unternehmen weiterhin an der Spitze bleiben, ist es zwingend notwendig, ihre Leistungen erfolgreich digital zu transformieren. Bis jetzt konnten sie sich mit ihren Produkten über Qualität, Service und Technologieführerschaft gegenüber Mitbewerbern differenzieren. Im digitalen Zeitalter reicht das nicht mehr aus, denn die Kundenanforderungen werden komplexer.

Ein Umdenken und ein veränderter Fokus sind notwendig. „Nicht das physische Produkt wird den Hauptumsatz bringen, sondern intelligente Serviceorientierung. Der Kunde will unter Nutzung der Digitalisierung seine Aufgabe, seinen Bedarf erledigt wissen. Er will ein Ziel erreichen, Probleme sollen für ihn gelöst werden oder er sucht Entscheidungshilfen“, sagt FH-Professor Jodlbauer.

Teilen statt besitzen

Datengetriebene Geschäftsmodelle müssen je nach Branche individuell auf die sich wandelnden Kundeninteressen zugeschnitten sein: Der Maschinenbau mache es beispielsweise vor. Jodlbauer, der neben dem neuen Forschungscenter auch die beiden Studiengänge Smart Production und Management sowie Operations Management leitet, nennt einen Trend: „Stark im Kommen sind so genannte outcome-basierte Modelle. Der Kunde kauft die Maschine nicht, sondern zahlt nur für das Ergebnis, etwa die Stückzahl, die von der Maschine produziert wird.“

Im Wandel befindet sich auch die Rolle der Automobilhersteller. Denn nicht alle aus der nachwachsenden Generation wollen ein Auto besitzen. Vielmehr reicht es ihnen, bei Bedarf ein passendes Auto bereit gestellt zu bekommen – Stichwort: „sharing-Modelle“.

 „Das Thema datengetriebene Geschäftsmodelle für Produktionsunternehmen hat besonders in unserem produktionsstarken Bundesland Oberösterreich eine sehr hohe Relevanz. Mit dem neuen Josef Ressel Zentrum ist der FH OÖ Standort Steyr einmal mehr Innovationstreiber in Sachen Digitalisierung und kann unserer Industrie einen enormen Wettbewerbsvorteil und Qualitätsvorsprung sichern“, betont Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) anlässlich der Eröffnung.

 


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