BMW Steyr steigt bis 2025 aus fossiler Energieversorgung aus
STEYR. Das BMW Motorenwerk in Steyr hat einen Energiebedarf wie 58.600 Haushalte. Ein am Mittwoch unterzeichneter Zusatz-Liefervertrag mit den Energiepartnern sichert den Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung des Werkes bis 2025 ab.

Der Energiebedarf im BMW Motorenwerk ist mit jährlich 249 Gigawattstunden enorm. „Wir steigern unsere Energieeffizienz stetig. Gleichzeitig stellen wir unsere Energiequellen um: Bis zum Jahr 2025 wird unser Energiebedarf nur noch durch erneuerbaren Quellen gedeckt. Das ist nur mit starken, verlässlichen Partnern möglich“, sagt Werksleiter Klaus von Moltke.
Tanja Hornbachner, BMW-Energiemanagerin in Steyr erklärt: „Wir beziehen bereits heute zu 100 Prozent Grünstrom. Bei der Wärmeenergie stellen wir nach und nach auf Fernwärme aus Biomasse um.“ 2012 wurde das Werk erstmals an das Fernwärmenetz angeschlossen, seither wurden zahlreiche Erweiterungen durchgeführt. „Für den Wärmebedarf greifen wir aktuell noch etwa zu einem Sechstel auf Erdgas zurück. Diesen Anteil werden wir bis spätestens Anfang 2025 gänzlich durch Fernwärme aus Biomasse ersetzt haben“, betont BMW-Projektleiter Florian Pledereder.
Energiewende im Großraum Steyr
Die Energie AG verfolgt im Bereich der Wärmeversorgung bereits seit Jahren eine Dekarbonisierungsstrategie und nimmt eine Vorreiterrolle als nachhaltiger Energieversorger ein. Das Biomassekraftwerk der Fernwärme Steyr wird seit 2012 gemeinsam mit der EVN betrieben (Bioenergie Steyr GmbH).
Das Kraftwerksareal befindet sich direkt an der Landesgrenze auf den Gemeindegebieten von Steyr und Ramingdorf (Behamberg/NÖ) und ist nur rund einen Kilometer vom BMW Group Werk entfernt. Das Biomasseheizkraftwerk versorgt große Industriekunden wie das BMW Group Werk Steyr, als auch rund 8.000 Wohneinheiten und etliche Gemeindegebäude bis in das Stadtzentrum von Steyr mit Fernwärme.
Um den weiteren Fernwärmeausbau zu ermöglichen, wird am Standort nun ein zusätzliches Heizwerk errichtet. „Die Nachfrage nach Fernwärme hat nicht zuletzt wegen der sich verschärfenden Klimakrise und dem Krieg in der Ukraine stark zugenommen. Durch die Erweiterung des Heizkraftwerkes Steyr können wir die erforderlichen Erzeugungskapazitäten künftig an einem Standort decken und gleichzeitig die bestehende Infrastruktur optimal nutzen. Energie AG und EVN nehmen dabei die Rolle als Enabler der Dekarbonisierung für Haushalte und Industrie in Steyr ein“, sagt Stefan Stallinger, Technikvorstand der Energie AG.
Das Herzstück der neuen Anlage bildet ein Biomassekessel mit einer Leistung von 10 Megawatt. Mit dieser Erweiterung können rund 30 Prozent zusätzliche Kapazitäten für die Fernwärmeversorgung in den kommenden Jahren geschaffen werden. „In Steyr wird nun neben der bewährten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage ein weiterer Biomassekessel für die Versorgung bereitstehen. Pro Jahr werden zukünftig rund 300.000 Schüttraummeter Hackschnitzel, also Holzreste die bei der Durchforstung und Waldpflege anfallen, für die Wärmebereitstellung eingesetzt und sorgen damit für eine CO2-Einsparung von insgesamt rund 50.000 Tonnen“, erklärt Gerhard Sacher, Geschäftsführer der EVN Wärme.
Absicherung für beide Seiten
Das BMW Group Werk Steyr ist seit über zehn Jahren partnerschaftlicher Kunde der Fernwärme Steyr. „Die enge Partnerschaft ermöglicht die zielgerichtete Planung und Umsetzung der Fernwärme in Steyr und hilft uns auf unserem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft“, führt Andreas Kolar, Finanzvorstand der Energie AG, aus. Der nächste Schritt in dieser Partnerschaft erfolgte am Mittwoch durch die Unterzeichnung eines Zusatz-Liefervertrags. Dieser sichert BMW die notwendigen Megawattstunden zu, um ab 2025 im Regelbetrieb gänzlich auf fossile Quellen in der Energieversorgung verzichten zu können. Umgekehrt garantiert der Vertrag den Energiepartnern die zuverlässige Abnahme dieser Energiemenge.
Stadträtin Katrin Auer (SPÖ) setzte den politischen Rahmen für das Engagement der Unternehmen auf Seiten Energie-Lieferanten und Industrie. Zusätzlich gab sie Einblicke in die ambitionierten Ziele der Stadt. „Steyr soll bis 2040 klimaneutral werden. Deshalb freut es uns sehr, dass der größte Arbeitgeber in unserer Stadt spätestens ab 2025 vollständig auf fossile Quellen in der Energieversorgung verzichten will. Gemeinsam machen wir Steyr fit für die Zukunft.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden