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LOSENSTEIN. Weit über 100 Lehrlinge wurden bereits in der Tischlerei Stöllnberger ausgebildet. Ende 2023 erhielt der Betrieb erstmals das Ineo-Gütesiegel für vorbildliche Lehrlingsausbildung.

Frauen in der Tischlerei sind bei Stöllnberger keine Seltenheit. (Foto: Susanne Weiss)
Frauen in der Tischlerei sind bei Stöllnberger keine Seltenheit. (Foto: Susanne Weiss)

Um als Arbeitgeber bei künftigen Fachkräften zu punkten, hat sich die Firma Stöllnberger einiges einfallen lassen. So gibt es etwa erhöhte Lehrlingsentschädigung bei Auszeichnungen in der Berufsschule, eine Nichtraucherprämie oder Lehrlingscamps. Dennoch hat man derzeit nur drei Lehrlinge. „Wünschenswert wären acht bis zehn“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Martin Stöllnberger.

Über 50 Jahre ist es her, dass die Tischlerei Stöllnberger von Hermann und Irma Stöllnberger gegründet wurde – damals mit drei Mitarbeitern in einer kleinen Holzhütte in der Laussa. Seit 1978 befindet sich der Betrieb in Losenstein am heutigen Standort, seit 2000 wird er von den Söhnen Martin und Günther Stöllnberger geleitet.

Für die beiden Brüder war eigentlich immer klar, dass sie den Betrieb einmal übernehmen würden. Bereits in der Jugend wurde daher der Grundstein für die zukünftige Aufgabenverteilung gelegt. Während Günther in die Fußstapfen des Vaters getreten ist, den Tischlerberuf erlernt hat und heute als Tischlermeister für Verkauf und Produktion zuständig ist, hat Martin die Handelsakademie besucht und kümmert sich wie einst seine Mutter um Verwaltung und Finanzen.

Im Laufe der Jahre ist der Betrieb ständig gewachsen, und auch die Angebotspalette wurde ausgebaut und verändert. Wurden damals noch mehr Fenster und Türen gefertigt, konzentriert man sich heute auf gesamte Einrichtungskonzepte wie Möbelbau und Raumausstattung. „Tischler ist meiner Meinung nach einer der kreativsten Berufe überhaupt und jedes Möbelstück ist ein Kunstwerk für sich“, meint Günther Stöllnberger. Nicht umsonst lautet auch der Slogan des Unternehmens seit Jahrzehnten: Es ist Kunst!

Vom Ennstal in die Antarktis

Privatkunden machen heute den größten Teil des Geschäfts aus. Darüber hinaus werden auch seit fast 50 Jahren Sportgeschäfte und Arztpraxen in ganz Österreich ausgestattet. Und in den 90er-Jahren wurde die Tischlerei mit der Inneneinrichtung von Biwak-Häusern beauftragt, die für die deutsche Antarktis-Forschung am Südpol aufgestellt wurden. Ein ähnliches Biwak, dessen tragende Teile und Einrichtung aus Losenstein stammen, befindet sich seit drei Jahren als Notunterkunft am Großglockner. „Bei der Montage am Berg dabei zu sein, war ein ganz besonderes Erlebnis“, erinnert sich Günther Stöllnberger.

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal sind die mittlerweile 40 Mitarbeiter des Unternehmens. Auf die Förderung von jungen Fachkräften wird seit jeher viel Wert gelegt. Fabio Gruber-Kadir sicherte sich 2023 den ersten Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler in Linz.  Und 1999 durfte einer der jungen Facharbeiter sogar zur Berufsolympiade in Montreal reisen und wurde dort zum fünftbesten Bautischler der Welt gekürt. Über 100 Tischlerlehrlinge wurden insgesamt bereits ausgebildet. Auch der relativ hohe Frauenanteil im Betrieb freut die beiden Geschäftsführer. „Unser Vater war in dieser Hinsicht ein Vorreiter und einer der ersten, der Frauen auf dem zweiten Bildungsweg diese Ausbildung ermöglicht hat.“

  


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