Sicher ist sicher: Abgeordnete wählt direkt im Steyrer Rathaus
STEYR. Nach drei Jahren als Abgeordnete zieht sich Neos-Politikerin Katharina Werner aus dem Nationalrat zurück.

Wie berichtet, gab es in Steyr Probleme mit der elektronischen Beantwortung von Wahlkarten-Anträgen (Tips-Artikel). Neos-Nationalratsabgeordnete Katharina Werner fordert deshalb auf, direkt vorab im Rathaus die Stimme für die Nationalratswahl abzugeben. Sie selbst hat das trotz Dauerregen am heutigen Donnerstag bereits erledigt.
„In einer Demokratie zu leben ist keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen gut darauf aufpassen. Heute mehr denn je”, sagt Werner. Sie will auf die Möglichkeit aufmerksam machen, dass man bis zum Wahltag von Montag bis Freitag (8 bis 12 Uhr) sowie zusätzlich am Montag und Dienstag von 13 bis 16 Uhr seine Stimme mittels Wahlkarte direkt im Rathaus am Stadtplatz abgeben kann. „Dass nur Montag und Dienstag am Nachmittag geöffnet ist, ist problematisch und wenig arbeitnehmerfreundlich. Aber das ist generell ein Problem am Magistrat“, kritisiert die Neos-Politikerin.
Abschied aus dem Parlament
Anfang November 2021 wurde Katharina Werner als Abgeordnete zum Nationalrat angelobt. Die 39-Jährige wird in der nächsten Periode nicht mehr dabei sein. „Ich habe mein Amt voller Demut erfüllt und konnte auch einige politische Erfolge erzielen: Etwa, dass der Seniorenbund und andere Vorfeldorganisationen der ÖVP die zu Unrecht bezogenen Corona-Förderungen zurückzahlen mussten“, erzählt die in Ternberg aufgewachsene Steyrerin.
Trotzdem habe sie sich inhaltlich bei ihrem Herzensthema Bildung im Klub unzureichend verwirklichen können. „Deshalb habe ich mich entschieden, das Heft wieder selbst in die Hand zu nehmen und mir eine neue Wirkungsstätte zu suchen. Wo diese sein wird, ist noch offen“, so Werner.
Weiteres politisches Engagement
Sollte Neos in Regierungsverantwortung gehen, sieht sie sich als mögliche Personalreserve. „Wenn man auf mein Wissen und meine Erfahrung im Bildungsbereich zurückgreifen möchte. Ansonsten habe ich auf jeden Fall viele meiner Ideen für ein chancengerechteres Bildungssystem in meinem Buch 'Gemma Bildung' festgehalten“, so die 39-Jährige.
Auf lokaler Ebene werde sie sich weiterhin politisch engagieren. „Hier gibt es viel zu tun: Mehr Transparenz im Stadtbudget, etwa bezüglich Förderungen. Außerdem brauchen wir dringend ein Konzept zur Innenstadtbelebung.“ Außerdem finde sie es nicht hinnehmbar, dass in den großen Werken Arbeitnehmer ohne Alternative vor die Tür gesetzt werden. „Das treibt diese Menschen in die Fänge der Populisten wie der FPÖ“, sagt Katharina Werner. Auch im Bereich Verkehr sei viel zu tun: „Ich stehe zu meinem klaren Nein zur Westspange.“
Am Wahltag ist Schluss
Ihr Café Buch und Bohne im Steyrdorf hat am 29. September, dem Wahltag, ein letztes Mal geöffnet. „Das war für mich von Anfang an klar und ich habe es auch so kommuniziert. Ich wollte sehen, wie es sich entwickelt, und habe viel gelernt“, sagt Werner. „Der Arbeitsaufwand war enorm und ich habe gesehen, dass so etwas alleine nicht stemmbar ist, vor allem wenn man noch Kinderbetreuungspflichten hat.“
Es gebe im Steyrdorf einen großen Wunsch nach einem offenen Begegnungsort. „Die Form des Unternehmens ist dafür aber nicht die richtige. Es gibt die Idee einen Kulturverein daraus zu machen und das Veranstaltungsangebot auszubauen. Dafür suche ich aber noch Verbündete. Wer mitmachen möchte kann sich jederzeit melden“, so Katharina Werner.








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