Hummus aus Wolfern: „Sind immer offen für neue Ideen“
WOLFERN. Fabian Poinstingl und seine Eltern Michaela und Franz haben sich auf den Anbau von Kichererbsen spezialisiert. Der produzierte Hummus wird in verschiedenen Geschmackssorten angeboten.

Ernährung und Konsumverhalten der Menschen ändern sich, davon ist auch die regionale Landwirtschaft betroffen. Zudem sorgen die klimatischen Veränderungen für Herausforderungen, aber auch Chancen. So hat sich der Weinbau in der Region Bad Hall bereits etabliert, auch Haselnüsse werden im Kurbezirk erfolgreich angebaut.
nvestitionen müssen freilich gut überlegt sein. „Mit viel Vorbereitung, Planung und Vorab-Berechnung lässt sich das Risiko minimieren“, sagt Veronika Ploner, Innovationsberaterin bei der Bezirksbauernkammer (BBK) Kirchdorf Steyr.
Generationen ziehen an einem Strang
„Erfolgreich sind immer die, die das, was sie machen, gerne und mit Leidenschaft tun. Ein Produkt erzeugen, von dem sie selbst zu 100 Prozent überzeugt sind“, betont Ploner. Dies ist am Hummushof Bindermayr in Wolfern gegeben, wo man seit 2022 Kichererbsen anbaut, Anfang 2023 startete der Direktvertrieb.
„Wir wollten den Betrieb zukunftsorientiert und umweltfreundlich gestalten. Die Umstellung auf den Anbau von Kichererbsen und die Produktion von Hummus war eine Option, die den aktuellen Ernährungstrends und den Anforderungen des Marktes entsprach“, erklärt Fabian Poinstingl. „Die Vision dazu kam zwar von mir, ich musste meine Eltern jedoch nicht lange überreden, sie waren sofort Feuer und Flamme für das neue Thema. Neben der traditionellen Vieh- oder Ackerwirtschaft war dies eine neue, innovative Möglichkeit, den Betrieb weiterzuführen.“
Viele Arbeitsstunden
Der 24-Jährige arbeitet 40 Stunden bei der Landwirtschaftskammer, später will er den Hof übernehmen. „Meine Eltern haben schon wichtige Grundsteine gelegt und helfen mir sehr, bereits jetzt meine Vision umzusetzen. So gut es zeitlich für mich geht, unterstütze ich sie dabei natürlich“, sagt Fabian. „Die Landwirtschaft modern weiterzuführen und gleichzeitig meinen eigenen Weg zu gehen, fühlt sich richtig an.“
Mit dem Anbau von Kichererbsen hat sich die Familie Poinstingl viel Arbeit ins Haus geholt. „Die Kulturführung ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Die einzige Konstante ist eine hohe Anzahl an Arbeitsstunden. Natürlich ist es mit der Ernte der Kichererbsen noch nicht getan, wir haben einige zehntausend Euro in die Technik zur Hummusproduktion investiert, um Produkte herstellen zu können, die unsere hohen Ansprüche erfüllen“, so Fabian.
Sollte der Markt für Hummus stagnieren, ist man für weitere Veränderungen bereit. „Ein Plan B wäre, den Fokus auf andere Pflanzenarten oder weitere Produkte auszuweiten. Es ist uns wichtig, immer offen für neue Ideen zu sein und uns den Anforderungen der Kunden anzupassen“, sagt der 24-Jährige.


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