Image von Steyr als Wohn- und Arbeitsort: Ergebnisse der Fachkräftebefragung sind da
STEYR. Die Stadt am Steyr/Enns-Zusammenfluss will wachsen, die Steyrer Unternehmen wünschen sich Top-Fachkräfte. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Umfrage zeigt nun, wie es um die Wechsel- und Übersiedlungsbereitschaft von Arbeitnehmern bestellt ist.

Das Marktforschungsinstitut Spectra erhob, wie Steyr von Menschen aus umliegenden Bezirken und Bundesländern als Arbeits- und Wohnort wahrgenommen wird. Die Studie gibt Aufschluss darüber, unter welchen Umständen Fachkräfte ihre Arbeit oder ihren Wohnort wechseln würden.
„Steyr ist einer der wichtigsten Industriestandorte Österreichs“, betont Bürgermeister Markus Vogl. „Wir wollen den Standort und unsere Betriebe weiter stärken und neue Unternehmen anlocken. Dazu braucht es Fachkräfte, denen wir attraktive Rahmenbedingungen bieten möchten.“
500 Befragte
Befragt wurden 501 Arbeitnehmer und Arbeitssuchende aus allen oberösterreichischen Bezirken außerhalb Steyrs sowie aus Niederösterreich, Steiermark, Wien und Salzburg. 38 Prozent der Befragten unter 30 Jahren würden Steyr als sehr attraktiven Ort zum Arbeiten einschätzen, so das Ergebnis. Fast die Hälfte der Befragten kann sich bestimmt oder unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, in Steyr zu arbeiten. Dafür spreche, dass die Stadt an sich sehr gut gefällt und als sympathisch wahrgenommen wird. Auch das Angebot an Arbeitgebern werde positiv beurteilt.
Schwache Bereitschaft zu übersiedeln
Die Bereitschaft, den Job oder für einen Job gar den Wohnort zu wechseln, ist in Österreich eher schwach ausgeprägt, das belegt auch die aktuelle Studie. So geben etwa 84 Prozent der Befragten an, dass die Nähe zum Wohnort ein entscheidender Aspekt für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes sei. Mit steigendem Alter und bei Frauen ist dieser Faktor noch stärker ausgeprägt. Fast 50 Prozent sehen den Arbeitsort als eines der ausschlaggebenden Kriterien bei der Arbeitgeberwahl.
Umso interessanter ist es für die Stadt und ihre Unternehmen, welche Faktoren die Bereitschaft zu einem Umzug erhöhen könnten. Immerhin wäre jeder Zehnte sofort bereit, den Wohnort zu wechseln, 28 Prozent würden es unter bestimmten Bedingungen tun. Das Potenzial umfasst somit fast 40 Prozent der Befragten.
Finanzielle Anreize sind stärkste Treiber
Stärkste Treiber für die Wechselbereitschaft sind ein attraktives Gehalt und andere finanzielle Anreize. Rund 70 Prozent geben an, dass ein neuer Job diesbezüglich eine deutliche Verbesserung bieten müsste. Von 41 Prozent werden Work-Life-Balance und flexible Arbeitsbedingungen genannt.
Lebensqualität und gute Infrastruktur
Aber auch der Arbeitsort kann mit bestimmten Aspekten zusätzlich überzeugen. Hohe Lebensqualität (44 Prozent), eine gute Infrastruktur (33 Prozent) sowie die Verfügbarkeit von Wohnraum (33 Prozent) und die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten (26 Prozent) spielen eine Rolle. „Bei der hohen Lebensqualität kann Steyr punkten. So geben mehr als 90 Prozent der in einer Parallelstudie befragten Steyrer an, dass sie gern hier leben. Vor allem die Infrastruktur und die Naherholung werden ausgezeichnet bewertet, ebenso die Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Stadtchef Vogl.
Unter-Dreißigjährige bewerten Steyr am besten
Auch die Fachkräftestudie zeichnet ein positives Bild der Stadt. Während 36 Prozent der Befragten der Stadt ein (sehr) gutes Image bescheinigen, sagen nur vier Prozent, das Image sei (sehr) schlecht. Fast 40 Prozent der Befragten unter 30 Jahren stimmen der Aussage zu, dass Steyr ein attraktiver Ort zum Arbeiten sei.
46 Prozent der wechselbereiten Menschen können sich auf jeden Fall oder unter bestimmten Umständen vorstellen, in Steyr zu arbeiten. Vor allem jüngere Menschen unter 30 und Männer wären dafür zu gewinnen.
Was an Steyr von den Fachkräften aus anderen Bezirken und Bundesländern besonders attraktiv wahrgenommen wird, sind die Spazier- und Wanderwege, die Einkaufsmöglichkeiten und das kulinarische Angebot. Gleich dahinter rangieren die Arbeitgeber.
Bekannte Arbeitgeber als zusätzlicher Pull-Faktor
Prominente Arbeitgeber spielen ebenso eine wichtige Rolle. 74 Prozent der Befragten geben an, das BMW Werk in Steyr zu kennen. Auch die Unternehmen Hartlauer und Steyr Automotive sind mehr als der Hälfte der Befragten bekannt. Die Top drei der am attraktivsten bewerteten Arbeitgeber sind ZF Steyr, SKF und BMW. „Die großen Steyrer Betriebe werden durchwegs als attraktive Arbeitgeber bewertet. Bekannte Unternehmen verstärken damit den Pull-Faktor der Stadt“, so der Bürgermeister.
Steyrs BMW-Werksleiter Klaus von Moltke sagt dazu: „Momentan ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage weniger die Rede davon, aber noch bis vor wenigen Monaten war der Fachkräftemangel in aller Munde. Und er wird auch langfristig in Hinblick auf den demographischen Wandel ein erfolgskritisches Thema bleiben. Wir begrüßen es daher sehr, dass die Stadt Steyr sich mit Weitblick mit dem Thema Standortattraktivität für Fachkräfte auseinandersetzt. Nur gemeinsam können Unternehmen und Stadt sich im Wettbewerb der Regionen zukunftsfähig aufstellen.“
Steyr gefällt
Der am häufigsten genannte Grund, sich beruflich Richtung Steyr zu verändern, ist aber die Stadt selbst. Steyr wird als sympathisch und schön wahrgenommen. 25 Prozent jener Menschen, für die Steyr als Arbeitsort infrage kommt, nennen die Stadt an sich als Grund für einen eventuellen Wechsel. Besonders erfreulich aus Sicht der Stadt: Die Hälfte der Wechselwilligen kann sich vorstellen, in Steyr zu wohnen.
Bessere Verkehrsanbindung notwendig
Weniger attraktiv wird die öffentliche Verkehrsanbindung bewertet. Nur 25 Prozent der befragten Fachkräfte meinen, Steyr sei gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das deckt sich mit der Wahrnehmung aus der Bevölkerung, 56 Prozent der Einwohner sind mit der Verkehrsanbindung ihrer Stadt unzufrieden.
„Die Erreichbarkeit von Steyr ist sicherlich einer der Punkte, an denen künftig konkret gearbeitet werden muss. Zudem braucht es aus meiner Sicht auch bundesweite Maßnahmen, um die geographische Flexibilität von Arbeitnehmern über Anreize zu fördern – so sollen vor allem junge, wechselbereite Menschen dabei unterstützt werden, sich einen Wohnortwechsel zuzutrauen“, betont Klaus von Moltke.


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