Steyr will einen Leerstandsmanager anstellen
STEYR. Das Thema Stadtplatz bewegt die Steyrer. „Wir müssen viele Interessen abstimmen“, sagt Bürgermeister Markus Vogl (SPÖ), der bis Mitte des Jahres einen Leerstandsmanager bestellen will.

Viele Geschäftsflächen in der Altstadt sind frei. Die Abwärtsspirale konnte trotz großer Bemühungen in den letzten Jahren nicht gestoppt werden. Als Veranstaltungsort kann das historische Zentrum hingegen punkten. Sei es mit dem Adventmarkt, dem Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft, der Ennstal Classic oder diversen Märkten. In puncto Leerständen drückt aber der Schuh massiv. Abhilfe soll ein Leerstandsmanager schaffen. „Diesen wollen wir Mitte des Jahres bestellen“, so Bürgermeister Markus Vogl bei einem Pressetermin am Freitag.
Eine gemeinsame Marke
Großes Thema für den Stadtchef ist aktuell die Entwicklung einer Marke Steyr, die von allen getragen wird. Als Vorbild dient die 60.000-Einwohner-Stadt Villach, die den Slogan „Grenzenlos“ in allen Bereichen (Stadt, Wirtschaft, Tourismus) durchzieht. „Alle müssen dasselbe erzählen“, betont Vogl.
Einen autofreien Stadtplatz wird es in Steyr auch in absehbarer Zeit nicht geben, zu groß wären die Interessenskonflikte und Herausforderungen. „Wir werden uns natürlich das Verkehrskonzept anschauen“, sagt Vogl. Durch den neuen Busfahrplan wird der Stadtplatz seit Jahresbeginn öfter angefahren, mehr Frequenz für die Geschäftstreibenden soll die Folge sein. Der Bürgermeister appelliert, dass alle an einem Strang ziehen müssen. „Was wir am Stadtplatz brauchen, ist Aufbruchsstimmung.“
Neue Wohnungen am Tabor
Günstiger Wohnraum sei zuletzt für viele Steyrer ein großes Thema gewesen, die GWG der Stadt konnte dadurch ihre Leerstände deutlich reduzieren. Neue Wohnungen entstehen in Zukunft am Tabor gegenüber dem Einkaufszentrum Hey!, der Spatenstich soll noch heuer erfolgen. Den Stadtteil Resthof will man in den nächsten Jahren mit einem Gesamtkonzept „in die Jetzt-Zeit“ bringen, auch Münichholz gelte es mit mehr Angeboten für junge Leute zukunftsfit zu machen.
„Es braucht in der Politik unheimlich viel Geduld“, sagt Bürgermeister Vogl. Ein Beispiel sei das Projekt „Unsereins“ am Tabor, das gerade neben dem Alten- und Pflegeheim umgesetzt wird. In fünf Gebäuden entstehen Wohnplätze für Menschen mit Behinderung, Wohnen für ältere Menschen, das Frauenhaus und 40 gemeinnützige Wohnungen. Die ersten Einheiten werden heuer fertig. Länger dauern wird auch die Umsetzung der neuen Nutzung im Gebäude des ehemaligen Gefängnisses in der Berggasse. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, danach folgt die politische Diskussion über Umbau und Finanzierung.
Erster E-Bus in Steyr
Im Stadtgut in Gleink soll es heuer wieder Betriebsansiedlungen geben, mit zwei Firmen laufen konkrete Gespräche. Die Planungen für die Umgestaltung am Bahnhof laufen weiter, die Umsetzung wird 2026 starten.
Schon im Februar wird der erste E-Bus der Marke Mercedes-Benz eCitaro K im Linienverkehr unterwegs sein. Die Stadt setzt weiter auf den Ausbau von Photovoltaik, 2025 werden Projekte am Rennbahnweg, am Musikheim und am Kindergarten Stelzhamerstraße fertiggestellt.
Sport und Kultur
In den letzten beiden Jahren war Steyr Etappenziel der Tour of Austria. Viele Zuschauer waren dabei, die Region konnte sich beim Radsport-Großereignis als attraktiver Tourismusstandort präsentieren. Die Kooperation wird ausgebaut, 2025 ist Steyr zusätzlich auch Startort bei der Österreich Rundfahrt.
Beim Stadtfest (27. bis 29. Juni) rockt heuer unter anderem Reinhold Bilgeri. Zu bewährten Veranstaltungen kommt 2025 ein Kabarett-Schwerpunkt dazu. Für das 2024 witterungsbedingt abgesagte FM4-Festival wird ein neuer Anlauf genommen.


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