STEYR. Der Mut zum Scheitern stand im Zentrum einer Veranstaltung von Frau in der Wirtschaft und der Jungen Wirtschaft in Steyr.
Ein volles Haus, ehrliche Einblicke und langanhaltende Gespräche hatte die erste „Fuckup Night“ zu bieten.
Rund um das international erfolgreiche Eventformat wurde das Museum Arbeitswelt zum Ort für Mut, Offenheit und Lernen aus Rückschlägen.
Drei Speaker teilten an diesem Abend ihre persönlichen Fuckup-Stories – jeweils zehn Minuten, zehn Bilder, ohne Beschönigung. Im Mittelpunkt standen nicht die Fehler selbst, sondern die Erkenntnisse, die daraus entstanden sind. Das Publikum erlebte, wie Scheitern zur Quelle von Klarheit, Entwicklung und neuer Orientierung werden kann.
„Es gibt nur Stillstand“
Sandra Gleich sprach über ein Herzensprojekt, das trotz Innovationskraft und Rückenwind im Unternehmen an einem klaren „Nein“ scheiterte. Ihre Botschaft: „Es gibt kein Scheitern – es gibt nur Stillstand.“ Heute blickt sie mit Abstand und Zuversicht auf diese Erfahrung zurück.
Reingard Meiche zeigte eindrucksvoll, wie lähmend Scham und Angst wirken können, wenn Fehler vertuscht werden. Ihr persönlicher Fail führte letztlich zum Abschied von der Selbstständigkeit – und zu einem neuen, bewussteren Umgang mit Verantwortung und Öffentlichkeit.
Janik von Lerchenfeld nahm das Publikum mit in die Geschichte einer Unternehmensinsolvenz im Familienbetrieb. Offen sprach er über Identitätsverlust, Hilflosigkeit und den Weg zurück zu innerer Stabilität. „Die Insolvenz ist Teil meiner Story – aber ich bin nicht diese Story“, brachte er es auf den Punkt.
Internationale Bewegung
Mit der gelungenen Premiere reiht sich Steyr in eine internationale Bewegung ein: Fuckup Nights finden weltweit in über 300 Städten statt und verändern den Blick auf Erfolg, Scheitern und unternehmerischen Mut.
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