Tauchergarten im Stadtbad Steyr wird um eine Million Euro saniert
STEYR. Der Tauchergarten im Stadtbad Steyr steht unter Denkmalschutz. Eine schon länger anstehende Generalsanierung wird jetzt umgesetzt.

Gesprungene Scheiben, massive Rostschäden in der Stahlkonstruktion, tiefe Risse in den Betonwänden hinter den Mosaikfliesen, undichte Anschlussteile, Farb- und Putzabplatzungen machen die Sanierung notwendig.
Der Startschuss für die Arbeiten fiel am Dienstag, die zu erwartenden Gesamtkosten liegen bei rund einer Million Euro. Schon in der kommenden Sommersaison soll das vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebte Becken wieder zu benützen sein.
„Möglich ist das, weil alle Beteiligten, von der Altstadterhaltung über den Landeskonservator und den städtischen Baumeister bis zu regionalen Handwerkern, bei diesem sensiblen Sanierungsprojekt bestens zusammenarbeiten“, sagt die zuständige Stadträtin für Altstadterhaltung und Denkmalschutz, Evelyn Kattnigg (FPÖ).
Originale Farbgebung wird rekonstruiert
Zudem fördere das Bundesdenkmalamt das Projekt voraussichtlich mit einem nicht unerheblichen Beitrag. „Besonders wichtig ist mir bei diesem Auftragsvolumen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt“, so Kattnigg.
Die Sanierung ist anspruchsvoll. Es müssen die Mosaikfliesen im Becken erneuert und die Stahlkonstruktion repariert werden. Die ursprüngliche Farbgestaltung der Betonplastik wird rekonstruiert. Der neue, alte Anblick des Denkmals wird im nächsten Jahr die Besucher möglicherweise überraschen.
Stadt ist zum Erhalt des Denkmals verpflichtet
Der Tauchergarten ist ein Denkmal der 1950er-Jahre und steht aufgrund einer Verordnung des Bundesdenkmalamtes unter Denkmalschutz. Die Stadt ist als Eigentümerin verpflichtet, geschützte Denkmale in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten.
Dabei sind sowohl die Anforderungen des Denkmalschutzes und des Bäderhygienegesetzes als auch bauliche, sicherheitstechnische und statische Aspekte zu berücksichtigen.
Der Tauchergarten ist Teil der Freibadanlage des Steyrer Stadtbades, die im Sommer 1959 eröffnet wurde.
Europaweit einzigartig
Die Entwürfe der Freibadanlage stammen vom Wiener Architekten Friedrich Florian Grünberger, der auch „der Bäderpapst von Wien“ genannt wurde. Zentrales Gestaltungselement bildet eine Betonplastik mit integrierter Rutsche, welche die Form eines Kraken mit dem dahinter schimmernden Korallenriff (Mosaikfliesen) nachbilden soll.
Der Tauchergarten gilt europaweit als einzigartig und ist ein charakteristisches und progressives Zeitdokument der 1950er-Jahre-Architektur.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden