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SUBEN. Herzinfarkt, Schlaganfall, Verkehrsunfall oder Frühgeburt – jede Minute zählt. Innerhalb weniger Minuten ist die Besatzung der Flugrettung Christophorus Europa 3 in solchen Notfällen am Einsatzort. 2015 wurden die „Gelben Engel“ der Lüfte aus Suben 1472 Mal alarmiert, um das Leben des Patienten zu retten.

Die Flugrettung Christophorus Europa 3 ist innerhalb weniger Minuten am Einsatzort, um Menschen in Not zu helfen. Foto: ÖAMTC

Österreichweit wurde die Flugrettung 18.270 Mal alarmiert. Im Schnitt wurden die Lebensretter aus der Luft im vergangenen Jahr pro Tag rund 50-mal alarmiert. Einsatzstärkster ÖAMTC-Notarzthubschrauber war Christophorus 9, der im Großraum Wien im Einsatz ist (2023 Einsätze). Danach folgen Christophorus Europa 3 in Suben (1763) und Christophorus 3 in Wiener Neustadt (1428). „Noch nie zuvor waren unsere Hubschrauber so oft unterwegs, um Menschen in Not Hilfe zu bringen“, stellt Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, fest. „2015 hat einmal mehr gezeigt, dass die Bedeutung der Flugrettung in einem modernen Gesundheitssystem stetig steigt.“

Eine Ursache für diese Einsatzsteigerung sieht Kraxner unter anderem beim mehr oder weniger kontinuierlich schönen Wetter: „Sowohl die Winter- als auch die Sommermonate waren in diesem Jahr von lang anhaltenden Schönwetter-Perioden geprägt. Diese Tatsache hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Einsatzstatistik, da es kaum Tage gab, an denen auch nur ein Hubschrauber wetterbedingt nicht starten konnte.“Einsatzrückgang in SubenObwohl die Flugrettung in Suben die zweitmeisten Einsätze landesweit hatte, mussten entgegen dem österreichweiten Trend zu mehr Einsätzen die „Gelben Engel“ aus Suben im Vergleich zum Vorjahr zu weniger Einsätzen ausrücken. Tips sprach mit Peter Hatzl, Leitender Luftrettungsarzt des Christophorus Europa 3, und Stützpunktleiter Johannes Schöffl über das abgelaufene Flugrettungsjahr, die Gründe für den Einsatzrückgang und über die Bewältigung von Tod während eines Einsatzes.

Tips: Entgegen dem österreichweiten Trend wurde Christophorus Europa 3 im Jahr 2015 zu weniger Einsätzen als 2014 gerufen: Welche Gründe sehen Sie im Rückgang der Einsätze?

Johannes Schöffl: Wir hatten im Jahr 2015 das zweitstärkste Einsatzaufkommen unseres Bestehens. Unsere Einsatzzahlen sehe ich in der normalen Schwankungsbreite, im Bereich der geflogenen Flugstunden konnten wir uns sogar steigern, längere Flugzeiten führen automatisch zu weniger Verfügbarkeit und somit zu weniger Einsätzen.

Tips: Laut Statistik werden die Einsätze in Primär-, Sekundär- und Fehleinsätze eingeteilt: Können Sie die drei Begriffe erklären?

Peter Hatzl: Sekundäreinsätze sind Verlegungsflüge von Krankenhaus zu Krankenhaus, meist aus der Peripherie ins Schwerpunktkrankenhaus. Fehleinsätze sind solche, wo kein Patient vorhanden ist oder wir am Hinflug abbestellt werden, weil unser Eingreifen nicht mehr erforderlich ist. Primäreinsätze sind alle anderen, meistens solche, wo der Rettungshubschrauber der erste und einzige vor Ort ist.

Tips: 2015 haben sich gegenüber dem Jahr zuvor die pädiatrischen Notfälle beinahe verdoppelt: Gibt es hierfür Gründe? Ist ein pädiatrischer Notfall schwerer zu verarbeiten als ein Einsatz mit einem erwachsenen Notfallpatienten?

Hatzl: Pädiatrische Notfälle sind immer etwas Besonderes. Kindernotfälle sind seltener und immer eine Herausforderung abseits der Routine.

Tips: Gab es jemals einen Einsatz, bei dem der Patient partout nicht mitfliegen wollte? Wie gehen Sie in einem solchen Fall vor?

Schöffl: Niemand kann gezwungen werden mitzufliegen. Sollte Arztbegleitung zwingend notwendig sein, begleitet der Notarzt den Patienten bodengebunden mit dem Rettungsfahrzeug oder er wird an ein Notarzteinsatzfahrzeug übergeben.

Tips: Sowohl 2014 als auch 2015 wurden Sie zu 72 Einsätzen gerufen, die mit dem Tod des Patienten endeten: Wie verarbeitet man diese „Verluste“?

Schöffl: Der Tod und das Sterben sind Teil der Routine, im Laufe der Jahre als Mitglied der Crew eines Rettungshubschraubers lernt man damit umzugehen und das im Einsatz den betroffenen Familienmitgliedern auch zu kommunizieren.

Tips: Gibt es Unterschiede zwischen Wintereinsätzen und Ihrem Dienst im Sommer?

Hatzl: Außer der verkürzten Dienstzeit im Winter gibt es keine Unterschiede im Betrieb. Alle diensthabenden Crewmitglieder arbeiten sehr professionell, somit ist sichergestellt, dass diesseits und jenseits des Inn die Bevölkerung auf rasche und kompetente Hilfe aus der Luft zählen kann.


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