„Jetzt seid ihr alle tot“
SUBEN/RIED. „Ich fühle mich unwohl“, begründet der 27-jährige Angeklagte zu Beginn der Verhandlung im kleinen Gerichtssaal am Landesgericht Ried sein Anliegen, es möge doch bitte die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Richter Andreas Rumplmayr leistete dem nicht Folge und so musste sich der Mann wegen gefährlicher Drohung erneut vor Gericht und den Zuhörern im Gerichtssaal verantworten.

Die erste Verhandlung wurde aufgrund weiterer Beweisanträge vertagt. In der zweiten Verhandlungsrunde zeigte sich der Mann voll und ganz geständig. Er gab zu, mehrere Drohungen ausgesprochen zu haben. „Ich habe beim letzten Mal nicht ganz die Wahrheit erzählt, aber ich hätte es im Gefängnis einfach nicht mehr ausgehalten“, erklärt der 27-Jährige, der seit seinem 14. Lebensjahr immer wieder wegen verschiedener Delikte hinter Gittern landete. Während er erneut eine mehrjährige Haftstrafe in der Justizanstalt Suben absaß, nahm er immer wieder Kontakt zu einer Frau auf, gestand ihr seine Liebe, bis zu dem Punkt, als aus Liebesgeständnissen gefährliche Drohungen wurden, nachdem seine Liebe nicht erhört wurde. So bedrohte der Mann die Frau und ihre Familie mit Nachrichten wie „Jetzt seid ihr alle tot“, die er an die Frau geschickt haben soll. „Ich bin einfach ein Volltrottel, dass ich mich darauf eingelassen habe“, erklärt der 27-Jährige. „Es tut mir leid, dass ich ihr Angst gemacht habe. Ich werde mein Bestes geben, dass es nicht mehr passiert. Ich möchte nicht mein ganzes Leben so verfahren, hat ja keinen Sinn, erklärt der Mann. Der Richter verurteilt den Angeklagten zu weiteren sechs Monaten unbedingter Freiheitsstrafe. Dazu kommen 18 Monate aus einer widerrufenen Strafe.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden