Evelyn Kreineckers Ausstellung geht zu Ende
THALHEIM. Das Museum Angerlehner präsentiert in der Salonausstellung „EXPLORATION 5.5“ noch bis Sonntag, 16. Februar die Künstlerin Evelyn Kreinecker. Gezeigt werden fünf Serien aus ihren letzten fünf Schaffensjahren, deren Hauptwerke in einem erstmals arrangierten Konzept gemeinsam mit drei preisgekrönten Kurzfilmen präsentiert werden. Ihre „Untersuchung der Wirklichkeit“ und der Versuch etwas Wahrhaftiges dabei herauszufinden, beschreiben ihren persönlichen Zugang zum Malen und Zeichnen.

Evelyn Kreineckers Bilderserien sind persönliche Fragestellungen auf die brisanten soziopolitischen Umwälzungen unserer Zeit. Doch faszinierend sie auch Hände, denen man individuelles Leben genauso ablesen kann, wie bei den Falten eines Gesichts. Die Ausstellung zeigt dazu Werke der „Sensus“-Serie. Kreinecker arbeitet gerne in länger angelegten Serien und Projekten und darüber hinaus auch gleichzeitig an verschiedenen Themenbereichen.
Betrachtungen
In den „Betrachtungen“ fokussiert sich Evelyn Kreinecker durch motivisch dargestellte Alltagsszenen auf die gerichteten Blicke und gelenkten Aufmerksamkeiten der Personen. Bei den farbintensiven beinah abstrakten Linolschnitten aus der Serie „traces“ verwendet die Künstlerin Ausschnitte aus ihrem Animationsfilm „Wegstücke“. Die brisante Aktualität, die auf einer emotionalen Ebene berührt, trifft auch bei der Serie „Wegstücke“ zu, welche das Fluchtthema, die moderne Völkerwanderung behandelt. Welche Instanz kann einem Menschen tatsächlich vorschreiben woanders hinzugehen? Die malerisch reizvolle Serie „Mengenlehre“ erstaunt durch den erkennbaren individuellen Charakter einzelner Personen. Kreinecker stellt sich die Frage, was passiert mit dem Individuum in der Masse, wenn sich viele Menschen zu einem positiven oder negativen Event versammeln? In der Serie „Immerse“ herrscht das Element Wasser vor, unser Lebensquell. In der Betrachtung der Arbeiten werden je nach Perspektive verschiedene Malschichten erkennbar.
Explorative Werkschau
Wasser, Hände, Gesichter – der Mensch und das Leben – die Prambachkirchner Künstlerin ist auf der Spurensuche nach den Tiefen und den Oberflächen, im Zeichnerischen mit Kohle, in Stop-Motion-Filmen oder im gekonnt Malerischen. Immer bleibt sie eine ausgesprochen begabte und vielseitige Künstlerin mit Feingefühl und Raffinesse. Bewegend und sinnlich, doch oft auch markant hart in den Konturen – eine ausgewählt komponierte und explorative Werkschau!


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