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Neustart: Quellstüberl und Bauernladen Tragwein verschmelzen zu innovativem Konzept "Radius 30"

Mag. Claudia Greindl, 16.03.2017 11:31

TRAGWEIN. Der Tag müsste für Norbert Eder momentan 48 Stunden haben. Der leidenschaftliche Most- und Saftmacher sowie Biobauer hat es für den Verein Erlebniswelt Tragwein als Projektleiter übernommen, den Bauernladen und die Gastronomie im Quellstüberl mit einem völlig neuen Konzept zu organisieren. Schon zu Ostern soll aufgesperrt werden.

Für den Bauernladen suchen Norbert Eder und Eva Mayrwöger neue Lieferanten, wie etwa Birgit Steininger (r.) aus St. Georgen/G. mit ihren Aroniaprodukten. Foto: Greindl

Unter Zugzwang gebracht hatte den Verein der Rückzug von Quellstüberl-Pächter Thomas Mair nach 18 Jahren. Das gutgehende Miteinander von Bauernladen und Gastronomie wollte man nicht einfach auslaufen lassen. „Eine Pizzeria statt dem Quellstüberl war nicht nach unseren Vorstellungen“, sagt auch Obmann Josef Grabmann. Kurzerhand gründeten die Vereinsmitglieder eine eigene GmbH und hoben das Konzept von „Radius 30“ aus der Taufe. „Der Verein bringt die Nutzung des Gebäudes ein. Der Bauernladen geht in dem Projekt auf und liefert alle Produkte, die in der Gastronomie benötigt werden“, erklärt der Projektleiter.

Bio-Lebensmittel aus 30 km Umkreis

Diese Bio-Lebensmittel kommen aus einem Umkreis von maximal 30 Kilometer rund um Tragwein – daher der Name der Kombination aus Shop, Restaurant und Bar. Norbert Eder: „Wenn in diesem Bereich keine entsprechenden Bio-Produkte zu bekommen sind, greifen wir auch auf konventionelle Quellen zurück.“ Mit Eva Mayrwöger und Manuela Latzl wurden zwei sehr engagierte Bereichsleiterinnen für den Bauernladen und für die Gastronomie gewonnen. Als Konkurrenz zu ortsansässigen Wirten sehen die Betreiber „Radius 30“ nicht.

Keine Konkurrenz zum klassischen Wirt

„Wir betreiben keine klassische Gastronomie, sondern wir konzentrieren uns auf Frühstück und leichte Bio-Mittagsmenüs aus regionalen Zutaten“, erklärt Eder. Gekocht wird jeden Donnerstag- und Freitagmittag – und zwar mit unterschiedlichen Köchen, zum Beispiel „Birgits Naturküche“, aus der Region. Einmal pro Monat ist ein Themen-Menüabend mit Gastköchen geplant. „Zu jedem Gericht, auch zu Mittag, bekommt der Gast das entsprechende Rezept, denn das ist ja quasi gleich seine Einkaufsliste für den Bauernladen“, beschreibt der Projektleiter die Verschränkung der beiden Bereiche.

Koch-Etzes von Profi Georg Friedl

Was genau gekocht wird, daran tüftelt ein kleines Team gerade mit Unterstützung von Kochprofi Georg Friedl (“Mühlvierteln“). Am Abend werden im „Radius 30“ Imbisse serviert, die derzeit noch unter dem Arbeitstitel Flammkuchen und Tapas firmieren. „Dafür werden wir auch noch passende regionale Begriffe finden“, spielt Norbert Eder auf die eine oder andere kritische Stimme an. Zu Ostern soll der Laden, der derzeit umgebaut und neu eingerichtet wird, bereits aufsperren. Geplant ist den Betrieb mit acht bis zehn Mitarbeitern zu bestreiten. „Es ist ein ambitioniertes Projekt, aber wir haben gute Rückmeldungen aus der Bevölkerung.“

Franchise bei Erfolg möglich

Ist mehr als ein Nullsummenspiel möglich? „Es wird sicher schwierig, aber das Potenzial für Ertrag ist da“, möchte der Projektleiter die „gewisse Einzigartigkeit“ des Konzepts in die Waagschale werfen und später im Optimalfall „Radius 30“ sogar als Franchise-System auf andere Standorte ausdehnen.

Genussgutscheine

Zur Finanzierung von „Radius 30“ hat der Verein Erlebniswelt Tragwein Genussgutscheine im Wert von 100 Euro aufgelegt. In den kommenden drei Jahren gibt es dafür als Gegenleistung Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 111 Euro. Angedacht sind auch Essensgutscheine für Firmen. Die Genussgutscheine sind bei allen Erlebniswelt-Mitgliedern erhältlich. Zielgruppe von Bauernladen und Lokal sind neben den bisherigen Kunden auch neue Einkäufer aus der Region, die einen hohen Qualitätsanspruch an Lebensmittel und regionale Produzenten haben. Das Sortiment sichert die Grundversorgung für den täglichen Bedarf und umfasst neben Frischfleisch, Bauernspeck und Weideschwein-Spezialitäten Brot und Gebäck, Mehlspeisen, Kuchen, Obst, Gemüse, Eier, Nudeln, Milch, Käse sowie Getränke, Säfte, Moste, Biere, Weine, Destillate, Essig und Öl aus der Region. Daneben werden neue Produzenten gesucht, etwa für Speisepilze oder Schnittkäse.


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