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TRAUN. Jutta Brunhuber aus Hörsching und Stefan Ziebermayr aus Linz engagieren sich als Ehrenamtliche beim Roten Kreuz Traun. Im Tips-Gespräch erzählen die beiden von ihren täglichen herausfordernden Einsätzen im Berufsalltag, der alles andere als gewöhnlich ist.

Stefan Ziebermayr Fotos: RK Traun
  1 / 2   Stefan Ziebermayr Fotos: RK Traun

Seit mehr als zehn Jahren ist Ziebermayr bereits ehrenamtlich bei der Dienststelle Traun tätig, Jutta Brunhuber ist seit September 2016 mit dabei. „Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, Menschen, denen man noch nie zuvor begegnet ist und denen es womöglich gerade ziemlich schlecht geht, ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können, ihnen Trost und Zuspruch schenken zu können oder sie ganz einfach nur anzuhören, für sie da zu sein, sie zu beruhigen und ihnen Verständnis zu zeigen“, offenbart die dreifache Mutter ihre Motivation, ehrenamtlich tätig zu sein. Auch für Ziebermayr birgt die Tätigkeit viele schöne Momente: „Es sind all jene Momente, wo unsere Hilfe geschätzt wird, wo man merkt, dass die Patienten ihre Angst verlieren, wenn wir die ersten Worte mit ihnen sprechen.“

Belastende Einsätze

Belastend seien vor allem Einsätze, wo für die Patienten nichts mehr getan werden könne. „Vor allem, wenn es sich um junge Personen handelt. Ganz besonders in Erinnerung ist mir ein Verkehrsunfall mit einem jungen Motorradfahrer geblieben, der auf Grund einer Unachtsamkeit eines Pkw-Lenkers unschuldig sein Leben lassen musste. Dieser Einsatz zog für mich eine längere Phase der Verarbeitung nach sich“, so der 30-Jährige, der hauptberuflich als technischer Angestellter tätig ist.

Für solch belastende Einsätze hat das Rote Kreuz ein eigens geschultes Team von Mitarbeitern (SvE-Team), an das sich die Mitarbeiter nach einem belastenden Ereignis wenden können. Der spektakulärste Einsatz war für Ziebermayr bisher ein Streit zwischen zwei großen Familien, der in einer Schlägerei endete. „Spektakulär deswegen, weil nicht nur einige wenige, sondern beinahe die gesamte Familie, inklusive der Mütter und Töchter aufeinander einschlugen. Erst ein Großaufgebot der Polizei konnte die Lage entschärfen“, schildert der Rettungssanitäter.

Schnelles Handeln

„Meine erste Reanimation war für mich schon ein forderndes Ereignis, das einen ziemlichen Adrenalin-Kick ausgelöst hat. Tod gehört zwar zum Leben dazu, dennoch ist das keine Alltagssituation und es erfordert eine gewisse Routine, solche Ereignisse auch verarbeiten zu können“, erzählt Jutta Brunhuber. Wichtig sei, da sind sich beide einig, bei jedem Einsatz ein strukturierter Ablauf, Empathie, Kommunikationsbereitschaft und Ruhe. „Danach fahren wir in ein geeignetes Krankenhaus, melden den Patienten ordnungsgemäß an und übergeben ihn an das Krankenhausteam. Anschließend bekommen wir einen neuen Auftrag“, so Brunhuber.

Gut vereinbar

Wie alles im Leben sei auch die ehrenamtliche Tätigkeit nur eine Frage der Organisation – wo ein Wille, da ein Weg. „Wir können uns selbst aussuchen, ob wir fixe Dienste übernehmen oder uns einfach im Online-Dienstplan eintragen, wann es unsere Freizeit zulässt. Man kann also relativ leicht vorausschauend planen, es als fixen Bestandteil in sein Leben integrieren und somit das Familienleben nicht leiden zu lassen. Da es eine generelle Bereicherung meines Lebens ist, übertrage ich ja letzten Endes meine positiven Emotionen auf meine Familie“, betont die Ehrenamtliche.

Der Zeitaufwand benötige laut Ziebermayr zwar auch die Rücksichtnahme durch die Partnerin, die Familie und auch den Arbeitgeber. Aber: Man lernt im Dienst einen anderen Umgang mit Menschen und den Umgang mit kritischen Situationen. Das helfe sowohl im Privat- als auch Berufsleben. Auch Teile der Führungskräfteausbildungen lassen sich im Beruf gut einsetzen. „Aber auch innerhalb unserer Ortsstelle herrscht eine immense Verbundenheit. Ich wurde selten so herzlich, wertschätzend und respektvoll wo aufgenommen wie hier und fühlte mich sofort als Mitglied und Teil dieser „Familie“. Wir gehören zusammen und verfolgen alle das gleiche Ziel: Wir sind da, um zu helfen“, sagt Brunhuber abschließend.

Weltrotkreuztag

Der Weltrotkreuztag ist ein inoffizieller internationaler Gedenk- und Feiertag. Er wird jährlich am 8. Mai, dem Geburtstag von Henry Dunant, gefeiert.

Mehr Infos unter www.roteskreuz.at/oberoesterreich


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