Mahr: „Politik muss immer und überall funktionieren“
BEZIRK LINZ-LAND. Seit 1985 ist der Trauner Herwig Mahr in der Politik tätig. Der FP-Klubobmann und FPÖ-Bezirksparteiobmann von Linz-Land spricht im Tips-Sommergespräch über Landidyll, die neue Straßenbahn und Parallelgesellschaften.

Tips: Sie sind seit Oktober 2015 FP-Klubobmann – was hat sich seitdem für Sie verändert?
Herwig Mahr: Man muss hier zwischen meinen Funktionen differenzieren. Als Vizebürgermeister der Stadt Traun ist das zwar eine sehr ehrenvolle Aufgabe, aber kein Ganztagsjob. Als FP-Klubobmann beginnt mein Arbeitstag ab 7 Uhr und endet um etwa 23 Uhr. Ich bin Vollblutpolitiker und sehe es als Aufgabe, für die anderen da zu sein.
Tips: Wie behalten Sie den Blick für das Kleine, für das Regionale?
Mahr: Alles in allem ist das ja kein Widerspruch. Wenn ich in Traun bin, agiere ich als Trauner. Auf Landesebene gibt es eine komplett andere Materie. Aber manche Themen überlagern sich. Wenn auf Landesebene etwas beschlossen wird, wie zum Beispiel Verkehrsthemen, etwa die Straßenbahn in Traun, die den Bezirk und die Gemeinden betreffen. Natürlich gibt es aber auch Gesetze, die vielleicht für die Kommunen nicht immer ideal sind. Das ist dann die Herausforderung für mich, den Spagat zu schaffen. Politik muss immer und überall funktionieren.
Tips: Welche Themen beschäftigen Sie derzeit als FP-Bezirksparteiobmann in Linz-Land?
Mahr: Das Thema Verkehr wird Linz-Land als Zentralraum auch künftig beschäftigen. Der öffentliche Verkehr muss noch attraktiver werden, daran wird gearbeitet. Wichtiges Thema ist auch der Wohnbau, wir brauchen noch immer mehr Wohnungen, da viele in den Zentralraum absiedeln, wovon Linz-Land stark betroffen ist. Viele wollen die Peripherie im Grünen.
Tips: Zählen Sie sich auch dazu?
Mahr: Ja schon, ich gehe sehr gerne in die Natur, das kann man bei mir daheim wunderbar. Wenn man als Politiker permanent in der Öffentlichkeit steht, dann sehnt man sich auch einmal nach Ruhe und Rückzug. Das hole ich mir eben in der Natur oder aktiv beim Sport.
Tips: Wo gibt es Ihrer Meinung nach Probleme im Bezirk?
Mahr: Der Bezirk hat eine hohe Lebensqualität und verfügt über viele Arbeitsplätze. Ein Problem ist sicherlich das Zusammenleben der einzelnen Kulturen. Es haben sich Parallelgesellschaften gebildet. Hier braucht es klare Richtlinien, um die Integration zu fördern. Der, der zu uns kommt, kann das Sozialsystem nicht als Freibrief nutzen, sondern muss sich integrieren.
Tips: Wie soll das gehen?
Mahr: Deutsch lernen, eine Werteschulung und einer Arbeit nachgehen gehören hier dazu. Kürzere Asylverfahren von maximal sechs Monaten wären einmal ein Anfang. Aber der Oberösterreicher steht an erster Stelle.


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