Umstrittener Stein-Penis wurde verhüllt
TRAUNKIRCHEN. Im Garten der so genannten „Russenvilla“ ist derzeit eine rund zwei Meter hohe Skulptur aufgestellt, die einen Penis zeigt (die Tips berichtete). Kurz vor dem traditionellen Antlasssingen, bei dem auch der direkt neben der Villa liegende Kreuzweg begangen wird, griff die Gemeinde nun zur Selbsthilfe - und errichtete einen Sichtschutz.

Der illustre Antiquitäten-Millionär Jürgen Hesz, Besitzer der „Russenvilla“, hat das Monument auf dem dazugehörigen Privatgrund aufgestellt. Allerdings ganz nahe an den Kreuzweg – was ihm viele Traunkirchner übel nehmen. „Wir sind schon irritiert“, sagt Alois Siegesleitner vom Führungsteam der katholischen Pfarrgemeinde. Nicht nur die Teilnehmer der Karfreitagsprozession, sondern auch die Traunkirchner Antlasssinger, die in der Nacht auf Freitag am Kreuzweg beten und singen, müssen am erigierten Penis vorbeiziehen.
Provisorischer Zaun als Sichtschutz
Traunkirchens Bürgermeister Christoph Schragl hat noch am Dienstag reagiert und Bauhofmitarbeiter beauftragt, einen Schutzzaun zu errichten. Aus Schneestangen und einer Plane wurde am Abend ein Zaun aufgebaut, der die Sicht auf die Statue verhindert.
„Tourismusverband müsste mir eine Plakette verleihen“
Als Hintergrund für das Aufstellen der umstrittenen Skulptur vermuten viele Traunkirchner eine „Retourkutsche“ an die Gemeinde, die vor wenigen Monaten Hesz´ Antrag auf Errichtung eines „Kunstspeichers“ abgelehnt hat (mehr dazu im Tips-Bericht). Hesz bestreitet jeden Zusammenhang: „Die Traunkirchner sind mir sowas von egal“, sagt er. „Ich habe mein Geld längst woanders investiert und bin froh darüber. Die sollen froh sein, dass sie durch mich im Gespräch bleiben. Eigentlich müsste mir der Tourismusverband eine Plakette verleihen.“


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