Wildtiere: Wie gefährlich ist der Schnee für die Tiere im Wald?

Wildtiere: Wie gefährlich ist der Schnee für die Tiere im Wald?

Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 11.01.2019 12:08 Uhr

GMUNDEN/SALZKAMMERGUT. Der Schnee macht auch den Jägern im Salzkammergut zu schaffen. Wildtiere brauchen nun vor allem Rücksicht durch den Menschen, um gut durch den Winter zu kommen. Das Schneechaos bringt für Gams-, Rot- und Rehwild nicht nur Nahrungsknappheit, sondern auch Lawinengefahr mit sich. Die oberösterreichische Jägerschaft ersucht Naturnutzer vor allem zu dieser Zeit Wildtiere nicht zu stören.

Die Schneemassen im Salzkammergut stellen aktuell auch für die Jäger ein massives Problem dar. Futterplätze in Gebirgslagen können derzeit nur schwer erreicht werden. Mit Skiern sind die Jäger in gewissen Teilen des Salzkammergutes bis zu sechs Stunden täglich unterwegs um die Futterplätze zu befüllen damit eine Artgerechte Fütterung erfolgen kann. Die richtige Fütterung ist wichtig, damit das Wild keine Schäden davonträgt – nur so kann auch ein gesunder Wald gewährleistet werden. Futter finden Wildtiere zwar auch bei viel Schnee, verbeißen dabei aber meist junge Forstpflanzen und schädigen diese dabei.

Fettreserven

Das Wild legt im Herbst Fettreserven an, um über den Winter zu kommen. Hat das Wild Ruhe, kann es lange davon zerren, wird es jedoch in Fluchtsituationen versetzt verbraucht es siebenmal soviel Energie - somit wird die Überbrückungszeit vielfach reduziert. 

Ruhe ist wichtig

Bezirksjägermeister Josef Enichlmair appelliert an die Bevölkerung, Futterbereiche zu meiden damit das Wild in Ruhe fressen kann. „Wird das Wild durch den Menschen in Fluchtsituationen getrieben, bleibt es in der Deckung und traut sich nicht mehr zu den Futterstellen“, sagt Enichlmair.

Gefährlich wird es für die Tiere dann, wenn sie hochschrecken. Jede Flucht oder jedes aktive Verstecken greift die Energiereserven der Tiere noch zusätzlich an und steigert den Nahrungsbedarf. Plötzliche und unberechenbare Störungen (abseits von Wegen und Pisten) wirken sich besonders negativ aus. Zeitlich gesehen spielen Störungen vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, also zur Hauptzeit der Nahrungsaufnahme eine große Rolle. Rehe, Hirsche und Gämsen versuchen sich den Störungsquellen großräumig zu entziehen und verbrauchen vor allem bei hoher Schneelage viel Energie bei ihren Fluchten. Bei geringer Distanz der Gefahrenquelle werden die bisher reduzierten Körperfunktionen, die das Überleben mit karger Nahrung sichern sollten, plötzlich enorm gesteigert, um fluchtbereit zu sein. Dabei und bei der Flucht selbst wird eine große Menge an Energie verbraucht. Diese Energie muss durch Nahrungsaufnahme wieder zugeführt werden, was bei wiederholten Störungen trotz vermehrter Fressaktivität zum Hungertod führen kann. Daher sensibilisiert der oberösterreichische Landesjagdverband im Namen der gesamten Jägerschaft alle Sportbegeisterten und Naturliebhaber jetzt besonders auf die Ruhe- und Rückzugsbereiche der Wildtiere zu achten.

Auch für Wildtiere herrscht Lawinengefahr

Nicht nur die fehlende Nahrung ist für die Wildtiere eine echte Herausforderung, sondern auch die Schneedecken, die regelmäßig abgehen. Vor allem für das Gamswild, das oben in den Bergen lebt, sind Lawinen eine echte Gefahr. „Es ist heuer zu erwarten, dass bei einer derartigen Lawinenbedrohung viele Gämsen mit den Schneemassen mitgerissen und umkommen werden. In einigen Gebieten Oberösterreichs ist sogar die höchste Gefahrenstufe für Lawinen ausgerufen worden. Neben den Menschen sind natürlich auch die Wildtiere im hohen Maß betroffen“, weiß Sieghartsleitner. Genaue Zahlen zum Fallwild, also Wildtiere, die durch Naturereignisse, wie die aktuellen Schneemengen umkommen, können jedoch nicht ermittelt werden. Viele der verschütteten Wildtiere werden gar nicht gefunden.

 

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