Fragebogenaktion: Wollen Traunkirchner regionalen Nahversorger?
TRAUNKIRCHEN. Nach der Schließung des Kaufhauses Pointhuber (Mühlbachberg 7) präsentiert eine Bürgerinitiative ein neues Konzept für einen klassischen Nahversorger in Traunkirchen. Die Bevölkerung soll über die Realisierung mitentscheiden.

„Jedes Ende trägt auch die Chance eines Neubeginns in sich“, sagt Initiator Hannes Kofler. Er und seine Mitstreiter haben ein Nahversorgerkonzept für den Traunseeort entwickelt. Die Kernfrage sei allerdings: Wollen und brauchen die Traunkirchner so einen Nahversorger? Mit einer Fragebogenaktion will man Klarheit erhalten, ob daran weitergearbeitet werden soll, aber auch ob und in welcher Form man selbst daran mitarbeiten will oder jemanden kennt, der an der Führung und/oder Mitarbeit am Projekt interessiert ist.
Die Fragebögen können kostenlos bis 26. September eingesendet oder unter www.lift-traunkirchen.com ausgefüllt werden. Teilnehmen können alle, die im Einzugsgebiet von Traunkirchen wohnen oder ein Interesse an der Nahversorgung in Traunkirchen haben. Falls es zur Umsetzung kommt, werden Betreiber und Mitarbeiter gesucht. Auch dazu können Vorschläge gemacht werden.
Aus altem Postgebäude soll Nahversorgerlokal werden
Und so könnte der Nahversorger in Zukunft ausschauen. Die Initiative hat das alte Postgebäude an der B 145/Abzweigung Buchbergstraße als Standort für ein Nahversorgergeschäft im Auge. „Es eignet sich sowohl von der Lage, als auch von der Parkplatzsituation her optimal für ein Geschäftslokal“, so Kofler. Dies soll von Montag bis Samstag ohne Mittagspause geöffnet sein. Nach Bedarf und abhängig vom Betreiber könnte es entsprechend der Gesetzeslage auch am Sonntagvormittag für drei bis vier Stunden die Pforten öffnen. Beim Sortiment denkt man an Produkte des täglichen Bedarfs (Nahrungs-, Reinigungs- und Putzmittel, Kosmetika etc.) sowie ein Frischfleischangebot.
Schwerpunkt soll auf regionalen Produkten liegen
Der Schwerpunkt soll auf regionalen Produkten, Feinkost, Jausenservice und Spezialitäten, die sonst nur auf Bauernmärkten erhältlich sind, liegen. Als mittelfristiges Ziel will man mit Bestellmethoden via Internet und Kooperationspartnern zum Vollsortimenter werden. „Das heißt, jeder erhält auf Vorbestellung alles bei unserem Nahversorger, ohne den Ort verlassen zu müssen“, wünscht sich Kofler.
Mit dem Nahversorger könne man Arbeitsplätze in Traunkirchen erhalten und schaffen. Durch den Kauf natürlicher, regionaler Produkte leiste man zudem einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Kulturlandschaft und Gesundheit. Kürzere Wege mit dem Auto würden Zeit ersparen und schonen außerdem die Brieftasche sowie die Umwelt.
Verein soll Projekt vorantreiben
Getragen werden soll das Projekt vom Verein Nahversorgung Traunkirchen. Dessen Vorstand soll den Nahversorger bei der Entwicklung des Geschäftsmodells unentgeltlich beraten, Mitglieder könnten Unterstützung mit einfachen Arbeitsleistungen anbieten. Mit dem Minimarkt im Ortszentrum will man eine Kooperation anstreben. Ziel sei, das bestehende Warenangebot zu erhalten oder zu verbessern und das Sozialprojekt zu erhalten. Vereinsmitglied können alle Personen, Firmen und auch andere Vereine werden. Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 300 Euro, der jährliche Mitgliedsbeitrag 20 Euro.
„Chance einer gemeinwirtschaftlichen Zukunft“
Für den möglichen Geschäftsstart rechnet Kofler mit einer Anfangsinvestition von 100.000 bis 150.000 Euro für die erste Warenbestückung, für Betriebs- und Personalkosten. Ein Großteil soll durch den Verein aufgebracht werden. Es fehlt allerdings noch ein/e Betreiber/in für den Nahversorger. Gesucht ist eine unternehmerische Persönlichkeit als Marktleiter/in mit Erfahrung im Lebensmittelhandel und Kompetenz in Personalführung. „Nutzen wir die Chance, eine neue Nahversorgung in Traunkirchen aufzubauen – gemeinschaftlich, wirtschaftlich und nachhaltig für die Zukunft“, appelliert Kofler an seine Ortskollegen. Auch ÖVP-Bürgermeister Christoph Schragl sieht das Engagement „sehr positiv“: „Auch wenn wir mit dem Minimarkt und Hofer-Markt Nahversorger haben, wäre ein Geschäft speziell für den betroffenen Ortsteil begrüßenswert.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden