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ULRICHSBERG. Drei bisher durchziehende Vogelarten haben es sich in einer neu angelegten Schottergrube in Ulrichsberg heimisch gemacht.

Der Bienenfresser fühlt sich in der Schottergrube in der Schindlau wohl. Foto: Harald Pfleger
  1 / 3   Der Bienenfresser fühlt sich in der Schottergrube in der Schindlau wohl. Foto: Harald Pfleger

„Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist die Auswahl eines Brutplatzes ein erlerntes Verhalten, das über Generationen weitergegeben wird. Meist sind es die Männchen, die das Brutterritorium auswählen und mit arttypischem Gesang versuchen, ein Weibchen anzulocken“, erklärt Karl Zimmerhackl von der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) Haslach. Aber in Zeiten des Artensterbens gibt es Vogelarten, die sich neue Brutgebiete suchen. „Ein aufgeschütteter Erdhügel im Zuge einer Bautätigkeit und eine neu angelegte Schottergrube in Ulrichsberg haben im vergangenen Sommer drei bisher durchziehende Vogelarten zum Bleiben und Brüten eingeladen“, freut sich Zimmerhackl.

Erste erfolgreiche Bruten

Die önj-Mitglieder haben über einen längeren Zeitraum ein Bienenfresser-Paar beobachten können. „Die ursprünglichen Brutgebiete dieser Vogelart liegen in Südeuropa. Durch die zunehmende Klimaerwärmung haben die Bienenfresser ihren Brutplatz bis ins Obere Mühlviertel ausgeweitet. Diese Vögel fallen durch die exotische Farbenpracht ihres Gefieders und durch die häufig vorgetragene Stimme auf. Die weißen Eier werden in einer etwa eineinhalb Meter langen Brutröhre gelegt. Ihr Speisezettel ist vielfältig und besteht aus Großinsekten wie Libellen, Hornissen, Schmetterlingen“, informiert Zimmerhackl. Mit erfolgreich aufgezogenen Jungvögeln haben sie im September den gefahrvollen Flug in Richtung Südafrika angetreten.

Beliebtes Ödland

Daneben hat die Schottergrube mit kleinen Tümpeln und geringem Bewuchs den Steinschmätzern und den Flussregenpfeifern erfolgreiche Bruten ermöglicht. „Vegetationsarme Ödlandflächen waren das ursprüngliche Brutterritorium der Steinschmätzer im Mühlviertel. Im Laufe der Jahrzehnte sind diese durch Flächenfraß verschwunden. Damit konnten diese Vögel nur im Durchzug beobachtet werden.“ Dank der Baufirma Brüder Resch und Baumeister Josef Pfoser, die das Brutareal weiträumig umzäunt haben, haben sie hier ein Zuhause gefunden.


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