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GRAMASTETTEN/PUCHENAU. Die beiden Studentinnen Lisa Apollonio und Teresa Mühlberger waren für dreieinhalb Wochen in Kenia, um HIV-positive Menschen vor Ort zu besuchen und ihnen zu helfen. 

Lisa Apollonio half in Emali (Kenia) HIV-positiven Menschen. Fotos: Daraja
  1 / 3   Lisa Apollonio half in Emali (Kenia) HIV-positiven Menschen. Fotos: Daraja

Laut, staubig und viele lebensfrohe Menschen – so beschreibt Mühlberger ihren ersten Eindruck von Emali in Kenia. Die 22-Jährige ist gemeinsam mit Apollonio (22) aus Gramastetten im Vorstand des Vereins „Daraja – Die Brücke“. Seit zehn Jahren bietet der Verein ganzheitliche Hilfe für HIV-positive Menschen in Emali an.

Lebensfrohe Menschen

Einmal im Jahr fliegen Mitglieder des Vereins Daraja nach Emali, um sich vor Ort ein Bild zu machen, neue Ziele zu setzen und Fortschritte zu klären. Für Mühlberger war es die erste Reise nach Kenia: „Ich konnte die Leute in Emali kennenlernen, mit denen ich ja schon länger zusammenarbeite. Auch wenn Emali am Anfang sehr laut ist, mit der Zeit wächst es einem ans Herz. Vor allem die Menschen sind sehr gastfreundlich und lebensfroh. Obwohl sie wenig haben, sind sie sehr zufrieden.“ Einmal in der Woche treffen sich die HIV-positiven Menschen in einer Selbsthilfegruppe an einem der drei Standorte. Dabei werden Themen wie Gesundheit, Ernährung aber auch Arbeit und Schule besprochen. „In Emali wird trotz Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen offener über die Krankheit gesprochen, da auch mehr Menschen davon betroffen sind als in Österreich. Die Prävention und Aufklärung ist allerdings noch nicht so gut.“

Hilfe für die Jüngsten

Die Sozialarbeit setzt schon bei den Jüngsten an. Seit 2014 gibt es eine eigene Selbsthilfegruppe für Kinder. Sie lernen, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen können und erhalten Unterstützung. „Die Kindertreffen sind sehr schön anzusehen“, erzählt Mühlberger. „In der Gruppe können sie auch wieder Kind sein und spielen. Daheim können sie das oft nicht, weil die Familien recht arm sind, Kinder viel mithelfen müssen und oft auch sehr lange Schulwege haben.“ Die Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren sind in zwei Selbsthilfegruppen aufgeteilt: in einer Gruppe sind die ganz Kleinen, in der anderen die Kinder, die schon über ihre Krankheit Bescheid wissen. „Obwohl die Kinder sehr unterschiedlich sind, im Alter und Stadt-Land-Gefälle, kommen sie sehr gut miteinander aus und helfen sich gegenseitig“, schildert Apollonio ihre Erfahrungen. „Wir hoffen natürlich auch, dass diese Verbindungen, die in den Gruppen aufgebaut werden, später weiter bestehen.“

„Es ist schwierig, einen Job zu bekommen“

Das Team in Emali besteht aus drei Personen: einem Krankenpfleger (Projektkoordinator), einer Sozialarbeiterin und einem Berufspädagogen. Diese machen auch Haus- und Schulbesuche, um zu sehen, ob bei den Familien alles passt oder weitere Hilfe benötigt wird. Für Erwachsene gibt es Alphabetisierungskurse und Unterstützung, um selbstständig als Schneider, Friseur, Gemüsehändler oder Ähnliches zu arbeiten. „Aufgrund der Trockenheit und der wirtschaftlichen Lage, ist es schwierig in Emali einen Job zu finden“, sagt Apollonio. Viele leben von dem, was sie selbst anbauen und auf dem Markt verkaufen.


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