Tag der Freiwilligkeit: 16 Jahre gemeinsam im Einsatz
OÖ/KIRCHSCHLAG BEI LINZ. In Oberösterreich sind rund 600.000 in Sportvereinen, Musikkapellen, Gemeinden, Feuerwehren oder Organisationen wie dem Roten Kreuz im Einsatz. Am Tag der Freiwilligkeit, der am 5. Dezember begangen wird, fordert das OÖ. Rote Kreuz erneut, Stellenwert und gesellschaftliche Wertschätzung für freiwilliges Engagement weiter zu stärken.

In ihren Rotkreuz-Uniformen stehen Maria und Ernst Azesberger vor dem Rettungsauto der Ortsstelle Kirchschlag. In wenigen Minuten werden sie in ihren Nachtdienst starten. Dabei ist das Ehepaar nicht erst seit dem Roten Kreuz gemeinsam im Einsatz. Die Eltern dreier Kind haben als Besitzer von Haus und Garten bereits viel Erfahrung mit unverhersehbaren Situationen gemacht. Eine Fähigkeit, die sie im Rettungsdienst seit 16 Jahren sehr gut umsetzen können. „Einfach, weil man so den Leuten helfen kann“, so Maria Azesberger über ihre Beweggründe.
Erste-Hilfe-Kurs als Auslöser
Das „Rotkreuz-Fieber“ hat die beiden Kirchschläger dabei während eines Erste-Hilfe-Kurses gepackt. „Ernst und ich haben uns gedacht ‚Eigentlich könnten wir weitermachen“, erzählt Maria. Gesagt getan: im Alter von 40 Jahren starteten sie ihre Ausbildung und bleiben seit daher mit vollem Einsatz dabei. „Alles unter einen Hut zu bekommen war oft nicht einfach, aber wir haben es geschafft und sind sehr froh darüber. Wir lernen immer wieder etwas dazu, treffen unterschiedliche Leute und fühlen uns einfach wohl in dieser Gemeinschaft. Und wir können so etwas für die Allgemeinheit tun.“
Freiwillige stellen Leistungen sicher, die es sonst nicht gäbe
Vier von zehn Oberösterreichern engagieren sich freiwillig. Sie finden Sinn und Spaß in ihrem Leben, sammeln Erfahrungen und fühlen sich als wertvoller Teil einer lebendigen Zivilgesellschaft. Etliche bereits gewohnte Leistungen bzw. Angebote wären ohne das freiwilliges Engagement nicht verfügbar. Mit mehr als 22.000 freiwilligen Mitarbeitern ist das oberösterreichische Rote Kreuz die größte humanitäre Freiwilligenorganisation im Bundesland. Ein Großteil der Freiwilligen engagiert sich im Rettungsdienst. „Das Essen auf Rädern, die Rotkreuz-Märkte, der Besuchsdienst oder auch die ALPHA-Leseförderung an den Schulen sind Leistungen, die ausschließlich von Freiwilligen erbracht werden“, erklärt OÖ. Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger.
Freiwilligkeit als tragende Säule
Digitalisierung, Globalisierung, der demografische Wandel sowie Veränderungen im gesellschaftlichen Leben verlangen den Menschen ab, flexibler und stärker verfügbar zu sein. Dabei sind auch die Freiwilligen größeren Belastungen ausgesetzt. Auch die gesellschaftlichen Anforderungen für Hilfsorganisationen steigen. „Um weiterhin für die Bevölkerung sein zu können, müssen wir Wahrnehmung und Wertschätzung für Freiwilligkeit weiter stärken“, ist sich der OÖ. Rotkreuz-Präsident sicher. „Auch die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freiwilligkeit muss noch besser gelingen“, fordert Aichinger. „Menschen, die sich freiwillig engagieren, tragen wesentlich dazu bei, dass wir schwierige Zeiten bestmöglich meistern“, erklärt der OÖ. Rotkreuz-Präsident. Beispiele sind das Hochwasser 2013, die großen Flüchtlingsbewegungen 2015 oder die 2020 aufgetretene Corona-Krise.


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