Schülervertreter weisen auf bestehende Fehlverhältnisse und Probleme hin
BAD LEONFELDEN/FREISTADT. In einer Aussendung hat die Ortsgruppe Freistadt/Bad Leonfelden von der Union Höhrer Schüler Oberösterreich (UHS OÖ) ihre Forderungen, unter anderem bezüglich des Distance-learnings, veröffentlicht.

Vor nunmehr beinahe 300 Tagen habe die Corona-Krise den Schulalttag von 1,1 Millionen Schülern in Österreich auf den Kopf gestellt. Mittlerweile habe man mehrere Phasen des „Distance-learnings“ überstanden. Mit dem neuen Jahr hoffe man von Seiten der Schülvertreter nun, dass sich das schulische Leben im Lauf der kommenden zwölf Monate zu gewissen Teilen wieder normalisiert.
Maturanten besonders vulnerable Gruppe
In ihrer Aussendung beschäftigen sich die UHS-Verterer aus Bad Leonfelden und Freistadt aber besonders mit der Frage, was sich an den vorherrschenden Plänen und Vorgängen ändern müsse, um den Zeitraum des Ausnahmezustandes für die Schüler erträglicher zu machen. Eine sehr vulnerable Gruppe unter den Schülern, denen auch mediales Interesse zukomme, seien die Maturanten.
„Dieser Fokus rührt nicht nur daher, dass die Matura für viele einen bildungstechnischen Meilenstein darstellt, sondern auch dass die Matura einen besonderen Übergangspunkt von der Schullaufbahn in das erwachsene Alter bildet“, heißt es in der Aussendung. Damit dieser Schritt jedoch reibungslos über die Bühne gehen könne, fordert auch Dorian Rabl, Mitglied des Landesvorstandes und Geschäftsführer der UHS Ortsgruppe Freistadt genaue Regulierungen für das Distance-Learning. Viele Schüler hätten Unmengen an Arbeitsaufträgen zu erledigen. Ebenso brauche es klare Informationen, wie der weitere Fahrplan des Bildungsministeriums aussehen solle, insbesondere eben für die Maturanten.
Zusätzlich zu dem laut den UHS-Vertretern fehlenden Leitfaden zur Matura 2021 gäbe es aber noch weitere Punkte, die sowohl für Maturanten als auch im Allgemeinen für Schüler eine Herausforderung darstellen würde: die „mangelnden digitalen Fähigkeiten vieler Lehrkräfte in Zeiten von Corona.
„Zur teilweise fehlenden Kompetenz kommt auch noch vielerorts die Überlastung der Schülerschaft durch überbordende Massen an Arbeitsaufträgen dazu, welche den normalen Unterrichtsaufwand bei weiten übertreffen. Eine Regulierung des Arbeitspensum bezüglich der Arbeitsaufträge und eine verpflichtende Weiterbildung des Lehrkörpers in Sachen digitale Medien würden nicht nur die akuten Missstände in den Schulen angreifen, sondern auch den Unterricht in das 21. Jahrhundert katapultieren“, sagt der Obmann der UHS Ortgruppe Freistadt Markos Schiefermüller.
Abgesehen vom akuten Dilemma würde die Krise auch alte bildungspolitische Baustellen zum Vorschein bringen. Neben der schleppenden Digitalisierung an den österreichischen Schulen würden auch bei einer Vielzahl anderer Themen entsprechende Lösungsansätze fehlen: so etwa bei der NOST (Neue Oberstufe) und bei der Entrümpelung des alten Lehrplanes. Diese dürfe man laut den Schülervertretern ebenfalls nicht ins Hintertreffen geraten lassen.
„Die Coronakrise ist kein Grund für Wehklagen oder gegenseitige Schuldzuweisungen, es ist genau der richtige Zeitpunkt bestehende Probleme zu lösen und einige Schritte in die richtige Richtung zu gehen“, so Schiefermüller.


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