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GALLNEUKIRCHEN. Am 10. März begeht die Gallneukirchnerin Hanni Rittenschober ihren 100. Geburtstag. Sie ist eine der letzten Zeitzeuginnen der „Mühlviertler Menschenhatz“.

 (Foto: Mostbauer)
(Foto: Mostbauer)

Aufgewachsen in sehr armen Verhältnissen wurde die Gallneukirchnerin, die zu einer der letzten Zeuginnen der „Mühlviertler Menschenhatz“ gehört, etwa gezwungen, beim Bau der Baracken für das Konzentrationslager Gusen mitzuarbeiten.

Bewegte Lebensgeschichte

Im Laufe der Zeit wurde das bewegte Leben von Rittenschober dabei sowohl Inhalt von Büchern als auch von Theaterstücken. So etwa in „Hanni“, dem Stück von Franzobel. Dieses hätte seine Uraufführung vor einem Jahr im Brucknerhaus Linz – mit Maxi Blaha in der Hauptrolle und der Musik von Gerald Resch – stattfinden sollen. Auch Hanni Rittenschober selbst hätte dabei sein sollen. Allerdings musste dieses aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Bereits viel früher, nämlich in den 1990er-Jahren, schrieb der Autor Franz Innerhofer in seinem Buch „Scheibtruhe. Ein Monolog“ über Rittenschober. Aufgeführt wurde dieses szenische Gedicht später nicht nur auf vielen bedeutenden Bühnen in Österreich und Frankreich, sondern auch durch das Gusentheater in Gallneukirchen und St. Georgen. Im Rahmen der Befreiungsfeier 2008 beim Mahnmal spielten Schüler des Poly Gallneukirchen ebenfalls ausgewählte Szenen nach: so etwa jene, wo die Magd Hanni neben den KZ Gefangenen arbeiten musste. Dies beeindruckte damals auch die bereits verstorbene, ehemalige Präsidentin des Nationalrates Barbara Prammer. Sofern möglich, ist eine Aufführung des Stückes „Hanni“ im Brucknerhaus Linz übrigens wieder für den 25. Juni vorgesehen.

Gratulationsbrief von Gallneukirchner Vertretern

Anlässlich ihres Geburtstags wandten sich auch der Gallneukirchner Vizebürgermeister Sepp Wall-Strasser und der Vorsitzende des Mauthausenkomitees Rupert Huber – aufgrund der Corona-Krise in Form eines Briefes – an die Jubilarin: „Von unserer Seite möchten wir dir versichern, dass das Beispiel, dass du durch dein Leben gegeben hast, uns immer wieder tief beeindruckt. Wer so wie du in schwierigsten Situationen der Menschlichkeit den Vorrang gibt, und sogar seine eigene Sicherheit aufs Spiel setzt, gilt gerade in unserer heutigen Zeit als wichtiges Vorbild.“ In ihrem Brief nehmen die beiden Vertreter aus der Gusenstadt auch auf die aktuelle Situation Bezug: „Zu einer Zeit, wo mittlerweile auch in Österreich humanitäre Maßnahmen verweigert und fundamentale Menschenrechte in Frage gestellt werden, ist deine Lebenshaltung leuchtendes Beispiel und Mahnung zugleich. Umso mehr hoffen wir, dass heuer die geplante Aufführung von ‚Hanni‘ im Brucknerhaus zu deinen Ehren aufgeführt werden kann. Deine klare Linie, aber auch dein Humor und deine selbstverständliche Mitmenschlichkeit soll noch vielen bekannt werden und den Menschen Mut machen.“


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