Nadine Aumayr und ihr Hund Arton suchen nach vermissten Personen
ALTENBERG. Ein Pensionist, der sich im dichten Wald bei der Schwammerlsuche verirrt hat. Ein junges Mädchen, das von der Schule nicht mehr heimkommt. Werden Menschen vermisst, dann schlägt die Stunde von Nadine Aumayr und ihrem Schäfer Arton.

Seit 2019 ist Nadine Aumayr Landesleiterin der österreichischen Rettungshundebrigade und somit für die zehn Hundestaffeln verantwortlich, die in Oberösterreich stationiert sind. Und es gibt mehr für die etwa 130 ehrenamtlichen Mitglieder der Organisation zu tun, als man vielleicht als Außenstehender vermuten würde. „Wir werden im Durchschnitt alle zwei Wochen zu einem Sucheinsatz alarmiert“, erklärt die Hundeführerin. Von den Rettungshunden und ihren Besitzern werden Personen gesucht, die aus unterschiedlichen Gründen vermisst werden, wie die Altenbergerin erläutert: „Wir werden gerufen, wenn sich Menschen verirrt haben, aber auch, wenn sie bewusst nicht gefunden werden wollen. Etwa bei Suizidkandidaten.“
Belohnung für den Hund ist wichtig
Ein Rettungshund kann eine Fläche von etwa 20.000 bis 25.000 Quadratmetern nach einer vermissten Person absuchen. Gearbeitet wird in der Regel mit anderen Hundeführern, die sich in eine Kette aufstellen, um schnell zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Die meisten Hunde arbeiten jedoch anders als man es aus dem Fernsehen kennt. „Mein Arton sucht etwa nicht nach einer bestimmten Person, also riecht nicht an einem Stück Stoff oder so. Er erschnüffelt quasi jede Person, die sich im vorgegebenen Areal aufhält“, erklärt Aumayr, die bei jeder Suche auf gute Witterungsverhältnisse hofft: „Eine leichte Brise ist für die Hunde ideal, Windstille oder zu viel Wind sind nicht so günstig.“ Wichtig für eine gute Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier ist jedenfalls eines, wie Aumayr betont: „Am Ende einer Suche – egal ob erfolgreich oder nicht – muss immer eine Belohnung für den Hund stehen. Egal ob es sich um Futter, oder wie im Fall meines Hundes, um Spielzeug handelt.“
Ausbildung dauert lange und ist zeitintensiv
Grundsätzlich sind fast alle Hunderassen für die Ausbildung zum Suchhund geeignet. Ein vorhandener Spieltrieb ist naturgemäß ein Vorteil und auch das Alter spielt eine gewisse Rolle. „Bis man einen ausgebildeten Suchhund hat, dauert es zwei bis drei Jahre und man muss öfter in der Woche trainieren, egal bei welchem Wetter“, erklärt Aumayr, die, wie alle ihre Kollegen, die Kosten für Einsätze oder den Tierarzt selber tragen muss. Doch nicht nur mehr finanzielle Unterstützung ist und wäre für die Rettungshundebrigade wichtig. Aumayr: „Wir würden immer wieder neues Gelände für unsere Übungen brauchen. Daher wäre es super, wenn sich Grundstückseigentümer bei uns melden würden und wir auf ihrem Boden trainieren könnte.“


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