Hochprozentige Einblicke in die Welt eines Edelbrandsommeliers
BAD LEONFELDEN. Hannes Wakolm hat es sich zum Ziel gesetzt, die puristischsten Edelbrände, Whiskys und Liköre zu produzieren. „Bei uns kommt kein Schnickschnack in den Brennkessel, nur Natur pur“, so das Versprechen des 41-jährigen Bad Leonfeldners. Die Rohstoffe werden regional bezogen, der Umweltschutz hat höchste Priorität, so werden auch die Essige und der saisonale Most zu besonderen Erlebnissen.

Die hauseigene Kupferdestille in der Hofbrennerei heizt der Brennmeister mit Holz aus dem eigenen Wald. Gekühlt wird sie mit dem eigenen Brunnenwasser. Die entstandene Asche wird genutzt, um die Streuobstwiesen zu düngen. „Unsere Lebens- und Arbeitsweise gestalten wir wertschätzend gegenüber unserem Umfeld, dem Boden, der Natur, der Umwelt, den Tieren und unseren Mitmenschen. Dazu gehört, dass Nachhaltigkeit bei uns ganz oben steht. Mit eigenen Ressourcen senken wir nicht nur Energiekosten, sondern schließen gleichzeitig den Kreis der Wertschöpfung“, erklärt der Hofbesitzer.
Der Vater einer vierjährigen Tochter lebt in einer Lebensgemeinschaft und hat ursprünglich den Beruf des Zimmermanns und Dachdeckers erlernt. Mittlerweile ist er zertifizierter Edelbrandsommelier und hat im Jahr 2017 den elterlichen Betrieb übernommen.
Tips: War es für Sie klar, diesen Weg einzuschlagen und was bereitet Ihnen daran am meisten Freude?
Hannes Wakolm: Den Grundstein hat mein Vater 1982 gelegt. Schon als kleiner Junge habe ich sämtliche Arbeiten rund um die Destillerie kennen- und schätzen gelernt. Vom Pflanzen neuer Obstbäume oder Sträucher, der Pflege und Ernte bis hin zur Veredlung und Vermarktung unserer Produkte sind eine Vielzahl von Handgriffen erforderlich - eben diese ehrliche, bodenständige und nachhaltige Arbeit ist es, die mir besondere Freude bereitet. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und nur so entstehen neue, außergewöhnliche Produkte.
Tips: Worauf legen Sie bei der Herstellung besonderen Wert? Wie wichtig ist Ihnen dabei Regionalität und Nachhaltigkeit?
Hannes Wakolm: An oberster Stelle steht natürlich die Qualität. In unseren Brennkessel wandert ausschließlich das, was am und rund um den eigenen Hof geerntet wird. Seit jeher setzen wir so viel wie möglich auf „grüne“ Energie: Der Hof verfügt über eine Photovoltaikanlage, die Hackschnitzelheizung und der Brennkessel werden mit Holz aus dem eigenen Wald befeuert und auch Maßnahmen zur Wassereinsparung wurden umgesetzt.
Tips: Ihr bisher größter Erfolg?
Hannes Wakolm: Im Jahr 2022 wurde unser Produkt „Mühlviertler Highland Whisky“ bei der internationalen Falstaff-Wertung mit 91 Punkten ausgezeichnet. Besonders freuen mich aber natürlich auch alle weiteren Auszeichnungen - von der Wieselburger Messe bis hin zur Destillata und Falstaff.
Tips: Haben Sie ein persönliches Lieblingsprodukt?
Hannes Wakolm: Der Whisky, den ich zur Geburt unserer Tochter produziert habe - dieser wird jährlich zu ihrem Geburtstag verkostet.


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