Feldkirchen repariert: Treffpunkt RepairCafe setzt ein Zeichen gegen die Ressourcenverschwendung
FELDKIRCHEN/DONAU. „Wir reparieren alles, was man in Händen tragen kann“, heißt es beim monatlichen Treffpunkt RepairCafe im Pfarrheim Feldkirchen. Dazu gibts Geselligkeit mit, aber auch ohne Reparaturwunsch.

Im Juli 2021 auf Initiative von Hannes Roitner (Umweltausschuss der Gemeinde) und Marianne Sonnleitner gegründet, stellen sich jeden ersten Mittwoch im Monat viele Freiwillige in den Dienst einer sinnvollen Sache. „Es wird uns geben, solange jemand kommt“, erklärt Gerlinde Wolfsteiner die Grund- Idee des RepairCafes.
Tips: Wie hoch sind die Frequenz der Besucher und die Erfolgsquote bei den Reparaturen?
Gerlinde Wolfsteiner: Meist kommen zwischen 30 und 40 Personen, 20 bis 25 davon haben einen Reparaturwunsch, der Rest kommt, um zu schauen, zu staunen oder einfach nur um zu plaudern. Unser Treff ist auch inzwischen zu einem gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Ereignis geworden, es gibt Kaffee und Kuchen, man redet über dies und das. Es hat sich auch eine kleine Strickrunde etabliert, die Frauen kommen mit ihrem Strickzeug und setzen sich gemütlich zusammen und tauschen sich über das richtige Stricken einer Ferse und Spitze oder anderes aus. 80 % der Gegenstände, meist sind es kleinere elektrische Geräte, wie Föhn, Mixstab, Staubsauger, … können repariert werden, bei den Näharbeiten erreichen wir 100%, genauso beim Schleifen von Messern und Scheren, was sehr gerne in Anspruch genommen wird. Schwierig ist die Reparatur bei Kaffeemaschinen.
Tips: Gibt es Bedarf an fähigen Bastlern, die das Team verstärken sollen?
Gerlinde Wolfsteiner: Ja, wir suchen Personen, die sich vor allem bei kleineren elektrischen Geräten auskennen, aber auch lernwillige „Bastler“. Jeder ist willkommen, kann sich das Arbeiten vor Ort anschauen und gerne mithelfen.
Tips: Bei neu erworbenen Elektrogeräten hat man oft den Eindruck, dass die Qualität und Haltbarkeit deutlich schlechter sind als bei den „guten alten Geräten“ – teilen Sie diese Einschätzung? Und woran kann das liegen?
Gerlinde Wolfsteiner: Die Geräte sind oft verschweißt und lassen sich schwer öffnen, … Man hat den Eindruck, sie sollen gar nicht repariert werden. Auf EU Ebene soll mit dem Recht auf Reparatur (was seit April 2022 diskutiert wird) erreicht werden, dass Produkte, die grundsätzlich noch genutzt werden können, nicht vorzeitig entsorgt und somit länger genützt werden. Wir werden von der Politik und Wirtschaft zur Wegwerfgesellschaft erzogen. Unsere Motivation besteht darin, dass wir Ressourcen einsparen und Müll vermeiden. Unser RepairCafe arbeitet auch mit der Gruppe Artenvielfalt zusammen, so gab es im April einen Pflanzentauschmarkt und im Juni gibt es dann ein Gemeinschafts-mähen auf einer artenreichen Wiese. Aktuelle Infos dazu finden sich auf der Umweltseite Feldkirchen an der Donau. Vorschau: Gartenroas, am 22. Juni um 9.30 Uhr


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