Mühlviertler (20) setzt auf ausgefallenen Beruf: Vom Speditionskaufmann zum hauptberuflichen Zauberer
HAIBACH/MÜHLKREIS. Der 20-jährige Tizian Fragner aus Baumgarten, Gemeinde Haibach, hat sich nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann und Logistiker hauptberuflich als Close-up-Zauberkünstler selbstständig gemacht. Wie er überhaupt auf die Zauberei gekommen ist, verrät er im Tips-Talk.

Vor rund zehn Jahren kam Tizian Fragner erstmals mit der Zauberkunst in Berührung. Bei einem Schulausflug ins Salzkammergut erlebte der junge Mühlviertler erstmals einen Zauberer live. Das faszinierte ihn so sehr, dass er sich anschließend die ersten Kartentricks mithilfe von YouTube selbst beibrachte. Später vertiefte er sein Wissen durch Bücher, Coachings, Seminare und regelmäßige Weiterbildungen.
Was als Hobby begann, wurde mit den Jahren zum Beruf. Seit heuer ist Fragner hauptberuflich als selbstständiger Zauberkünstler tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf moderner Close-up-Zauberkunst. Dabei findet die Zauberei direkt bei den Gästen statt – ohne Bühne und ohne große Distanz zum Publikum. Die Effekte passieren unmittelbar vor den Augen der Zuschauer, oft sogar in deren Händen.
Während einer Veranstaltung bewegt sich Fragner von Tisch zu Tisch oder von Gruppe zu Gruppe. So entstehen persönliche Begegnungen und direkte Reaktionen. Besonders gefragt ist diese Form der Unterhaltung bei Hochzeiten, Firmenevents, Galas und Geburtstagsfeiern. An der Zauberei faszinieren ihn vor allem die Reaktionen der Menschen. Besonders jener Moment, wenn jemand etwas scheinbar Unmögliches erlebt und sich das Gesehene nicht erklären kann. Viele Gäste schätzen laut Fragner die persönliche und unmittelbare Art der Darbietung.
Wie viele berufliche Zauberkünstler es in Urfahr-Umgebung gibt?
„Schwer zu sagen. Es gibt sicher einige Hobby-Zauberer in der Region, aber echt nur wenige, die das Ganze wirklich professionell machen“, klärt Fragner auf. Er selbst möchte dazu beitragen, moderne Zauberkunst in Österreich noch stärker zu etablieren: „Langfristig ist es mein Ziel, international tätig zu sein.“
Doch wie geht Zauberei eigentlich?
„Meist ist es eine Mischung aus Fingerfertigkeit, Psychologie, Ablenkung und gutem Storytelling“, erklärt Fragner. Und wie täuscht man dabei die Menschen? „Ganz viel läuft über Ablenkung, Timing und Aufmerksamkeit. Man spielt den Zuschauern in gewisser Weise eine andere Realität vor und lenkt den Fokus bewusst auf bestimmte Dinge“, verrät der 20-Jährige im Tips-Talk.
Das bedeutet, dass Fragner während der Zauberei die Aufmerksamkeit der Zuschauer oft gezielt woanders hinlenkt. „Menschen konzentrieren sich meistens nur auf einen kleinen Teil von dem, was gerade passiert – genau das macht sich Zauberkunst zunutze“, gibt der Mühlviertler Einblicke in seine zauberhafte Arbeit.
Und wo lernt man das alles?
„Am Anfang gibt es viele Möglichkeiten, erste kleine Tricks im Internet zu lernen. Wenn man das Ganze professioneller angehen möchte, führen aber eigentlich keine Wege an unzähligen Büchern vorbei. Auch auf Seminaren, Weiterbildungen und Coachings lernt man extrem viel. Angefangen habe ich mit YouTube-Videos und einfachen Kartentricks. Mit der Zeit kamen Bücher, Seminare, Coachings und vor allem viele echte Auftritte dazu. Gerade bei Live-Auftritten lernt man am meisten“, spricht Fragner aus Erfahrung. „Grundlagen oder erste einfache Tricks kann man heute natürlich teilweise auch im Internet lernen. Professionelle Zauberkunst lebt aber von jahrelanger Erfahrung, Präsentation, Psychologie und vielen Details, die innerhalb der Zauberszene bewusst geschützt werden. Genau dieses Geheimnis macht die Faszination der Zauberei am Ende auch aus“, so Fragner, der keinen seiner Tricks im Detail verrät.
Ob er der nächste David Copperfield werden will oder in die Fußstapfen der Ehrlich Brothers treten mag?
„Natürlich kennt und bewundert man solche großen Namen in der Zauberszene. Mein Ziel ist aber gar nicht, klassische große Bühnenmagie zu machen, sondern meinen eigenen modernen Stil weiterzuentwickeln – mit persönlicher und interaktiver Zauberkunst direkt bei den Gästen“, betont der Mühlviertler.
Mittlerweile tritt Fragner in ganz Österreich auf – von Wien bis Obergurgl. Auch erste Engagements in Deutschland, darunter in Köln, konnte er bereits verzeichnen. Zu seinen bisherigen Auftritten zählen unter anderem Veranstaltungen im Casino Wien, an der Universität Wien sowie bei einem Immobilienevent im Restaurant Kelsen im Parlament in Wien.
Wen er privat verzaubert?
Seine Eltern Simone und Konrad sowie seinen Bruder Romed. Wenn Fragner nicht auftritt, verbringt er seine Freizeit gerne mit Fußball, Sport und natürlich mit seiner großen Leidenschaft, der modernen Zauberkunst...


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