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OTTENSHEIM. Eine Werkstatt für alle, in der von der Nähmaschine bis zum Bandschleifgerät, vom 3D-Drucker bis zum Akkuschrauber alles zu finden ist: Das ist das neue PostLabor in Ottensheim. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Firma Humer in der Weingartenstraße wächst ein Ort der Kreativität, des Wissenstransfers und der Begegnung heran. Nutzen kann das PostLabor jeder, der Bedarf hat.

Gemeinsam statt einsam werken im neuen PostLabor in Ottensheim. (Foto: PostLabor)
  1 / 3   Gemeinsam statt einsam werken im neuen PostLabor in Ottensheim. (Foto: PostLabor)

Mit der Überzeugung, dass nicht jeder alles besitzen muss, um glücklich zu sein, steht Torben Walter nicht alleine da. Als Obmann des Vereins PostLabor ist er nur der Knotenpunkt eines Netzwerkes engagierter Personen, die sich für die gemeinschaftliche Werkstätte zusammengefunden haben. Bei Torben Walter wurde der Bedarf konkret, als er von einem Haus in eine Wohnung umzog: „Ich habe meine eigene Werkstatt mit all den Geräten aufgeben müssen und da ich aber nach wie vor gerne handwerke, kam mir ein solcher Maker Space in den Sinn. Außerdem haben auch ähnliche Konzepte in Linz wie zum Beispiel die Grand Garage zugesperrt und ich habe gemerkt, dass da ein Loch entsteht.“ Mit weiteren, ähnlich denkenden Menschen spann Walter die Idee weiter und als im Frühling das Haus in der Weingartenstraße frei wurde, kauften sie es mitsamt seinen 450 Quadratmetern Nutzfläche.

Erste Bereiche sind fertig

Nun ist der erste Schritt schon gemacht: Der Näh- und Holzbereich ist schon offen. Im Nähbereich findet man vier Standard-Nähplätze und eine Industrienähmaschine. „Dazu kommt ein noch provisorischer Zuschneidetisch, der bald schon professioneller gestaltet wird. Da arbeiten wir gerade dran“, so der Vereinsobmann, der für seine selbstgebauten Lenkdrachen selbst auch Hand an die Nähmaschine legt.

Im Holzbereich findet man das Equipment für eine kleine bis mittlere Tischlerwerkstatt. „Wir haben ja auch zwei Tischler im Vorstandsteam“, erklärt Torben Walter.

Außerdem ist im 3D-Druckbereich mit zwei Filament- und einem Harzdrucker ein Anfang gemacht. Ein Laser-Schneidegerät hat auch schon Einzug gehalten. Man ist sich bewusst, dass nicht alles auf einmal gehen kann, „das muss jetzt Stück für Stück wachsen. Gewisse Dinge müssen sich erst entwickeln und sollen sich den Bedürfnissen der hoffentlich wachsenden Community anpassen. Das PostLabor darf und soll sich also ständig verändern“, hoffen die Initiatoren.

Wissen teilen

Um den Wissenstransfer zu fördern, wird an einem Workshop-Programm gearbeitet. „Aber auch wir selber helfen gerne, wo wir können“, sagt der Obmann. Einziger Haken – wenn man das so nennen möchte: Das PostLabor benutzen dürfen wegen der Haftungsfrage nur Vereinsmitglieder. Mitgliedschaften für ein Hineinschnuppern in die Gemeinschaftswerkstatt gibt es schon ab 30 Euro und es wird auch Familientarife geben. Walter verspricht: „Wir wollen in einem Bereich bleiben, den man sich auch leisten kann und will.“ Derzeit besteht der Verein aus dem siebenköpfigen Vorstand und drei weiteren Mitgliedern. Willkommen im PostLabor sind aber auch Start-ups und Gewerbetreibende sowie Professionisten, die für bestimmte Arbeitsschritte eine der Maschinen nutzen möchten.

Nachhaltiges Konzept

Besonderes Augenmerk legen die PostLaboranten übrigens auf das Recycling: „Wir verwenden in den 3D-Druckern sogenannte Precious Plastic. Das ist wiederverwertetes Plastik aus Abfällen. Außerdem wollen wir beispielsweise aus unseren Holzabfällen Pellets machen.“

Das PostLabor wird über den Sommer noch weiter bestückt und soll ab Oktober in einer ersten Ausbaustufe gänzlich seine Tore öffnen. Bis dahin sind Torben Walter und seine Mitstreiter jeden Samstag von 9.30 bis 13 Uhr vor Ort und freuen sich auch über weitere Wünsche, Ideen und Anregungen.


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