Herz einer Juristin aus Lichtenberg schlägt für die Jagd und Falknerei
LICHTENBERG. Jagdinteressierte und jagdbegeisterte Frauen aus Oberösterreich haben sich vor 15 Jahren zum Netzwerk D'Jagarinnen formiert. Eine der Jägerinnen ist die Juristin Birgit Raml (56) aus Lichtenberg. Tips erzählt sie, was es mit den Jagarinnen auf sich hat und warum ihr Herz für die Jagd und Falknerei schlägt.

„D'Jagarinnen gibt es seit 2011. Damals rief Petra Linzner die Heidi Vitéz an und fragte, ob sie einen Stammtisch für Jägerinnen gründen könne. Heidi hatte dafür keine Zeit, für fachliche Treffen allerdings schon. Damit war die Idee geboren und das erste Treffen fand im September 2011 statt“, berichtet die Lichtenbergerin Birgit Raml. Die Juristin hat selbst ihre Jagdprüfung 2023 im Bezirk Urfahr-Umgebung abgelegt. „Ich wollte Falknerin werden und dafür war damals die Jagdprüfung Voraussetzung. Der Jagdkurs hat mir sehr viel Freude gemacht“, berichtet die 56-Jährige. Ihre Falknerausbildung hat sie im Schloss Waldreichs im Waldviertel und auf der Burg Hohenwerfen in Salzburg absolviert. Doch was macht man als Falknerin überhaupt? „Die Tätigkeit ist vielseitig. Man kann Greifvögel gesetzeskonform halten, sie ausbilden und mit ihnen auf die Beizjagd gehen. Die Ausbildung eines Jagdvogels nimmt viel Zeit in Anspruch. Nach der Aufzucht und Fütterung ist das Abtragen, das heißt das Beibringen seines jagdlichen Könnens, an der Reihe. Bis zum ersten Jagderfolg ist es ein abwechslungsreicher, sehr interessanter Weg. Die Gewöhnung des Greifvogels an die Jagdhunde, also seine Arbeitskollegen, ist ein weiterer wichtiger Teil seiner Ausbildung durch den Falkner“, berichtet sie.
Über D'Jagarinnen
Was einst mit einer kleinen Idee begann, hat sich zu einem kraftvollen Netzwerk von mittlerweile mehr als 220 Jägerinnen aus dem gesamten Bundesland entwickelt, „getragen von Leidenschaft, Wissen und tiefer Verbundenheit“. Die Frauen kommen aus unterschiedlichen Bereichen, von der Studentin, Ärztin, Försterin, Wirtin, Bäuerin, Landesrätin, Ministerin außer Dienst, Juristin, Hundesalonbetreiberin, Schuldirektorin, Präparatorin, Informatikerin, Verkäuferin, Kammerdirektorin, Designerin, Schneiderin, Amtsleiterin, Hausfrau bis hin zur Pensionistin ist alles dabei. „Mit den Stärken der Einzelnen ist es ein großes Ganzes“, so Raml.
Monatliche Treffen
D'Jagarinnen treffen sich einmal im Monat an verschiedenen Orten. Dabei stehen gemeinsame Aktivitäten auf dem Programm. Organisiert werden die Zusammenkünfte immer von einer anderen Jägerin.
In den vergangenen 15 Jahren wurden unter anderem Wildkochkurse, ein Seifenworkshop, Besuche im Nationalpark Kalkalpen und in Falknereien und Schießtrainings sowie ein Jagdrechtskurs organisiert. Zudem machten sich die Frauen auch auf zum Bogenschießen, Kräutersammeln und Tontaubenschießen. Insgesamt fanden in den 15 Jahren des Bestehens des Netzwerks mehr als 160 Veranstaltungen und Projekte statt. „Bei unseren Veranstaltungen sind auch Männer willkommen“, so die Jägerin aus Lichtenberg. Und wie reagieren die Männer eigentlich auf weiblichen Zuwachs in der Jagd? „Das ist unterschiedlich und hängt ganz vom jeweiligen Umfeld ab. Während manche Männer den zunehmenden Anteil von Frauen in der Jagd zunächst ungewohnt finden, ist es für andere längst selbstverständlich“, sagt Raml und ergänzt, dass auch viele der „Jagarinnen mit Partnern verbunden sind, die selbst aktiv in der Jagd sind“.
Weihnachtsaktion
Eine schöne Tradition von D’Jagarinnen gibt es zu Weihnachten: Am 24. Dezember sind sie beim ORF in Linz mit ihren Rehleberkässemmerln. Diese werden gegen eine Spende für „Licht ins Dunkel“ ausgegeben. Der Rehleberkäse dafür kommt von Gerhard Nagl-Riepl aus Gallneukirchen. Letztes Jahr wurden so mehr als 1.000 Euro an Spendengeldern lukriert.








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