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URFAHR-UMGEBUNG In Deutschland wird zurzeit über Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie diskutiert. Karl Wögerer, Wirtesprecher des Bezirkes, sieht keinen Anlass in Oberösterreich zu derartigen Diskussionen. Er wünscht sich jedoch einige andere Dinge.
 

Seit Oktober 2010 ist Karl Wögerer der Wirtesprecher des Bezirkes. Foto: Stephan Wolfsteiner

Von ANDREAS HAMEDINGER

Tips: In Deutschland wird zurzeit darüber geredet, dass eine Gebühr für Essensreste erhoben werden soll. Wie sehen sie diese Situation?

Wögerer: Ist für uns in Urfahr überhaupt kein Thema, Diese Diskussion geht rein von den deutschen „all you can eat“ Betrieben aus, wo sich die Gäste die Teller füllen und dann einfach stehen lassen. In unserem Betrieb haben wir schon seit Jahren Essensreste-Boxen, die sehr gut angenommen werden. Mir ist völlig unverständlich, dass überhaupt über so ein Thema diskutiert wird.

Tips: Wie kann in der Gastronomie die Lebensmittelverschwendung gestoppt werden?

Wögerer: In der Gastronomie gibt es überhaupt keine Lebensmittelverschwendung. Essensreste von Kunden sind sehr spärlich und werden oftmals mitgenommen. Die frischen und hochwertigen Lebensmittel-Abschnitte und Reste in Küche und Vorbereitung werden größtenteils weiterverarbeitet. Die Menge, die dann wirklich Abfall ist, ist nicht viel. Auch setzten die Gastronomen mit dem Einsatz der „TafelBox“ ein aktives Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Der Fachverband Gastronomie der WKÖ hat in einer Zusammenarbeit mit dem Verband der österreichischen Tafeln die Tafelbox unter dem Motto Lebensmittel retten & Gutes tun ins Leben gerufen. Die Idee ist simpel: Was von den Gästen nicht aufgegessen wird, kommt in die kompostierbare und gut verschließbare TafelBox aus Bio-Kunststoff und kann am nächsten Tag – als kleine Mahlzeit zwischendurch – genossen werden. Eine TafelBox kostet dem Gastronomen 50 Cent, 20 Cent gehen davon als Spende an die Tafeln.

Tips: Wie sehr wird die Arbeit der Wirte geschätzt?

Wögerer: Von den Gästen sehr. In den heutigen schwierigen Zeiten ist das „Geschätzt werden von den Gästen“ für manche Wirte oft nur noch der einzige Antriebsmotor. Von den Behörden, Gemeinden und Land Oberösterreich werden wir jedoch noch immer zu wenig geschätzt. Zu viele unnötige Gesetze und Auflagen werden uns aufgebürdet, vor allem verstehen die Gäste dies nicht. Niemand braucht eine Allergenverordnung und das neue Rauchergesetz wird auch noch ein riesiger Knackpunkt.

Tips: Was würden Sie sich wünschen?

Wögerer: Vor allen von den Kommunen sollte mehr Unterstützung kommen. Wenn der letzte Wirt zusperrt, ist oftmals auch der Ort tot. Dann ist es meistens zu spät. Die Unterstützung kann vielfältig sein, jeder Bürgermeister weiß normalerweise, wo dem Wirt der Schuh drückt, ob bei Behördenauflagen oder Biergartenvergrößerungen in den öffentlichen Bereich. Hier wäre viel unbürokratische Hilfe von den Gemeinden einfach zu erhalten, wenn die Gemeinde hinter dem Wirt steht. Auch Abgabenrabatte in Form von Mengenstaffeln bei der Wasser- und Kanalgebühr, Zuwendungen für das Bereitstellen von Gasthaustoiletten als öffentliche Toiletten, Unterstützungen beim Parkplatzbau oder gegen Halteverbotenwären möglich, wenn die Gemeinden nur wollen.

Tips: Was würde man sich als Wirt von den Gästen wünschen?

Wögerer: Öfters einmal ein bisschen mehr Verständnis. Wenn das Lokal voll ist – was ja sehr positiv ist – kann es eben manchmal etwas länger dauern und hat man für den einzelnen Gast gerade mal nicht so viel Zeit.

Tips: Wie sieht es mit Arbeitskräften aus? Ist die Situation wirklich so schwierig?

Wögerer: Die Situation ist vor allen in den Gemeinden nahe Linz sehr schwierig. Teils bleiben viele Lehrstellen offen, anderenteils wandern viele gelernte Köche in Krankenhäuser oder Altersheime beziehungsweise in die Städte ab oder lassen sich umschulen. In meinem Betrieb habe ich Gott sei Dank seit Jahren keinen Arbeitskräftemangel und viele langjährige und tolle Mitarbeiter, aber viele andere Kollegen sind am Verzweifeln.

Tips: Wie wird es mit der Gastronomie im Bezirk weitergehen?

Wögerer: Es werden sicherlich noch einige Betriebe aufgeben, andererseits vergrößern sich etablierte Betriebe und es werden auch laufend neue Betriebe eröffnet. Grundsätzlich ist die Gastronomie in Urfahr-Umgebung gut aufgestellt und dies wird auch von den einheimischen Gästen, Touristen und Gästen aus dem Großraum Linz-Wels sehr geschätzt. <


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