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Österreich verliert Medizinstudierende ans Ausland: Eidenberger Bürgermeister zeigt Unmut auf

Martina Gahleitner, 30.06.2026 12:11

EIDENBERG. „Das darf doch nicht wahr sein!“: Diese Worte hat Adi Hinterhölzl, Bürgermeister von Eidenberg, für die derzeitige Situation im medizinischen Ausbildungsbereich. Seine Tochter ist für den letzten Teil des Medizinstudiums nach Spanien aufgebrochen, weil sie in Österreich keine Chance auf einen raschen Abschluss hätte.

 (Foto: NDABCREATIVITY - stock.adobe.com)
(Foto: NDABCREATIVITY - stock.adobe.com)

Mit einem Schreiben an die gesamte Bundespolitik und Landespolitik macht der Eidenberger Kommunalpolitiker seinem Ärger Luft. Er ist Vater von drei erwachsenen Kindern, zwei davon haben fertig studiert. Die jüngste Tochter steht kurz vor Abschluss, sie will nun in einem Krankenhaus in Bilbao und Valencia ihr fehlendes Praktikum von vier Monaten absolvieren – „und dann in Spanien bleiben, weil sie in Österreich keine Chance auf einen raschen Abschluss sieht und sie ihre Ausbildung zur Kinderärztin nicht verzögern möchte“, beschreibt Adi Hinterhölzl. „20 Monate warten Medizinstudenten in Österreich auf einen Ausbildungsplatz. Als Familie haben wir viel Geld in die Ausbildung unserer Kinder investiert und ganz wenig Studienbeihilfe bekommen. Unsere Kinder sollten es einmal besser haben. Dafür verlieren wir wahrscheinlich jetzt unsere jüngste Tochter nach Spanien, weil die Politik wieder einmal versagt.“ Die Unis würden auch den Steuerzahlern viel Geld kosten, ergänzt er.

Unterschiedliche Studiendauer innerhalb der EU 

Für Hinterhölzl ist auch unverständlich, dass die Assistenzausbildung in Spanien vier bis fünf Jahre dauert und in Österreich sechs Jahre. „Mit Wartezeit und verkürzter Ausbildung wäre sie also wesentlich schneller fertig. Sind wir gleichberechtigt in unserer EU? Das darf doch alles nicht wahr sein!“, schreibt der erboste Mühlviertler. „Dringend brauchen wir Mediziner in allen Bereichen und dann gibt es keine Ausbildungsplätze. Wartezeiten auf dringende Operationen und Behandlungen sind mittlerweile allen bekannt. Immer heißt es, es gibt zu wenig Ärzte. Mehr Medizin-Studenten werden gefordert und dann geht eine große Anzahl für Österreich für immer verloren, weil unsere Gesundheitsminister ihre Aufgaben nicht gemacht haben.“ Hinterhölzl sieht auch die Kammern mitverantwortlich an der derzeitigen Situation, die „mehr behindern, als sie für unser Land Gutes tun. Wir haben nicht nur ein Gesundheitsproblem, sondern ein viel größeres mit unseren Politikern, die zu wenig an die Zukunft des Landes denken“, schließt er.


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