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VICHTENSTEIN. 30 Jahre verbrachte ein Ehepaar aus Vichtenstein miteinander. Drei Jahrzehnte, in denen es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Streitereien kam – bis zum 10. Jänner 2016, als die Situation eskalierte und in einem Cobra-Einsatz sowie einer Anklage am Landesgericht Ried wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung endete.

Mit einem Jagdgewehr zielte der Mann auf seine Frau. Foto: Symboldbild/Weihbold
Mit einem Jagdgewehr zielte der Mann auf seine Frau. Foto: Symboldbild/Weihbold

Es war ein Sonntagvormittag, an dem der Mann ins nahe gelegene Wirtshaus aufbrach, nichts Ungewöhnliches für seine Ehefrau, denn er trank gerne einmal ein paar Bier – zu viel. Es hätte in den letzten Jahren in der Beziehung nicht mehr so gepasst, der Mann hegte den Verdacht, seine Frau würde fremdgehen, und ertrank seine Eifersucht am Stammtisch. „Er trinkt oft mehrere Wochen nichts, dann aber wieder viel und gleich ein paar Tage hintereinander. Dann kommt er rauschig heim und lässt die Wut an mir aus“, erzählt seine Ehefrau. Auch am besagten Tag kam der Mann angetrunken nach Hause, die Situation eskalierte und der 55-jährige packte seine Frau an der Schulter, drückte sie gegen den Küchenkasten und warf das Mobiltelefon gegen sie. „Ich war in einer Ausnahmesituation“, erklärt der Mann, der seine Frau im nächsten Schritt mit beiden Händen würgte. „Er hat gesagt, er dreht mit den Schädel um. Ich habe geschrien“, schildert die Frau, die anschließend mit ihrem Sohn und deren Freundin aus dem Haus flüchtete. „Er hatte mir schon öfter gedroht, dass er sich und mich umbringt. Ich habe ihn aber nie ernst genommen.“ In diesem Moment dachte die 56-Jährige jedoch, ihr Ehemann würde ernst machen, schildert sie. Als sie nach einer Stunde zurückkehrten, fand die Frau ihren Mann in der Küche sitzend, das geladene Jagdgewehr auf sie gerichtet. Erneut flüchtete die Frau, versteckte sich in der Garage und rief die Polizei. Ihr Mann erklärt vor Gericht, dass er mit dem Gedanken gespielt habe sich selbst zu töten. „Ich habe mir noch ein Bier geholt und vor mich hinsinniert. Ich wollte mich erschießen“, meint der 55-Jährige. Dass er mit dem Gewehr auf seine Frau gezielt hatte, daran kann er sich nicht erinnern. „So etwas würde ich nie tun.“

Der Vichtensteiner verbrachte die Tage bis zur Verhandlung in U-Haft. Er wurde von Richter Andreas Rumplmayr zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt, er verließ den Gerichtssaal als freier Mann.

Ihm wird eine Männerberatung sowie Bewährungshilfe aufgetragen. Das Urteil ist rechtskräftig.


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