Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SEEWALCHEN/A. Vor 150 Jahren fand Gundaker Graf Wurmbrand die erste Pfahlbausiedlung Oberösterreichs in Seewalchen. Zur Erinnerung daran fuhren die „Bewohner des Pfahlbaudorfes“, Vermittler des Pfahlbauvereins, vor dem Pfahlbau-Pavillon mit den urzeitlichen Einbäumen an die Stelle der Auffindung der Siedlung.

Fahrt mit den Einbäumen zur Fundstelle. In der Bootsmitte die Bürgermeister Gerald Egger (Seewalchen, r.) und Gerhard Gründl (Schörfling, l.) Foto: privat

Die Fundstelle befindet sich beim Ausfluss des Sees, nahe der Agerbrücke. Vorgeschichte: Den Auftrag zur Suche nach urgeschichtlichen Siedlungsstätten erteilte die Anthropologische Gesellschaft Wien. Ansporn zur Suche lieferten die Erfolge der Schweizer bei der Auffindung und Erforschung der ersten „Pfahlbauten“ am Zürichsee (1854) und die Entdeckung des ersten Dorfes in Österreich, in Keutschach, Kärnten. Graf Wurmbrand fand die erste Station in den Salzkammergutseen in Anwesenheit von Johann Graf Wilczek, der die Forschung finanziert und mit Hilfe des Schweizer Fischers Hensli Kopp. Gefunden wurden Holzteile, Haselnüsse, Kohle, Scherben, Knochen, Beile und anderes. Die Funde gelangten in die Sammlung der Anthropologischen Gesellschaft, später in Naturhistorisches Museum Wien, das umfangreiche Artefakte aus Seewalchen zeigt.

Ein Graf als Forscher

Gundaker Graf Wurmbrand war Forscher, Minister und Landeshauptmann der Steiermark. Als Forscher war er Archäologe, die Entdeckung prähistorischer Bauten machte ihn bekannt. Ab 1884 war er 13 Jahre lang steirischer Landeshauptmann, dazwischen kurz auch Wirtschaftsminister.In unmittelbarer Nähe zur Siedlung, beim Sprungturm des Seewalchener Strandbades, wurde 2015 eine mehrwöchige unterwasserarchäologische Grabung, als Teil eines fünfjährigen Forschungsplanes durch das Kuratorium Pfahlbauten, durchgeführt. Diese bestätigte und ergänzte bisherige Erkenntnisse zu den prähistorischen Seewalchner Siedlungen. In einer tieferliegenden Kulturschichte wurden Hölzer gefunden, deren Datierung sogar länger zurückliegende Besiedlungszeiten annehmen lässt.

Attersee ist Pfahlbauregion Österreichs

Die meisten der bisher in Österreich gefundenen prähistorischen Siedlungen liegen am nördlichen Attersee, ein Drittel der Pfahlbaudörfer liegt alleine in der Nordbucht in den Gemeinden Seewalchen und Schörfling. Die eher flachen Uferbereiche dürften für die Ansiedlung „wohl vorteilhaft“ gewesen sein. Seit etwa acht Jahren arbeitet der Verein Pfahlbau am Attersee erfolgreich daran, das Wissen um die Pfahlbauer und ihre Zeit zu verbreiten. In Informationsveranstaltungen, Vorträgen, Exkursionen, vor allem aber in den vielen Führungen erfahren die Teilnehmer vom Leben in der Steinzeit. Mehr als 25 Vermittler unterstützen die Aktivitäten des Vereins mit großer Begeisterung.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden