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MONDSEE. Die archäologischen Ausgrabungen unter Wasser im Projekt Zeitensprung werden auch heuer in Mooswinkel am Mondsee fortgeführt.

Forschungstaucher im Grabungsschnitt Mooswinkel Fotos: Kuratorium Pfahlbauten
  1 / 2   Forschungstaucher im Grabungsschnitt Mooswinkel Fotos: Kuratorium Pfahlbauten

Von 21. September bis 2. Oktober werden die Archäologen des Kuratorium Pfahlbauten weiter an den Überresten dieser jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung forschen. „Mooswinkel gehört zu den spannendsten Befunden in der österreichischen Pfahlbauforschung, da der Erhalt von über einem Meter Kulturschicht für österreichische Seeufersiedlungen außergewöhnlich ist“, sagt Grabungsleiter Henrik Pohl, der gemeinsam mit Helena Seidl da Fonseca für die Durchführung und Auswertung der Grabung verantwortlich ist.

Wichtiger Fundort

Schon im vergangenen Jahr wurden in der Grabung aufsehenerregende organische Funde gemacht. Dazu zählen Basttextilien und -schnüre, Tierzahnanhänger, mehrere kleine Knochenmeißel, Knochenahlen, ein Holzlöffel, Teile von Rinder- und Hirschschädeln, Exkremente, Pflanzensamen, Getreidekörner, Haselnüsse sowie verkohlte Apfelhälften. „Wichtiger als die Einzelfunde ist uns Archäologen aber die Aussicht auf ein tieferes Verständnis der Entwicklungen der Menschen und der Umwelt rund um die Pfahlbauten“, so Pohl.

„Schlüsselloch-Archäologie“

„In der Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern aus den Naturwissenschaften wird die Grabung im Mondsee gerade zu einem der wichtigsten Fundorte, um neue Erkenntnisse zu den Lebensbedingungen vor mehr als 5.500 Jahren in Österreich zu bekommen“, erklärt auch Cyril Dworsky, Geschäftsführer des Kuratorium Pfahlbauten, der gemeinsam mit Jutta Leskovar von der Oberösterreichischen Landes-Kultur GmbH das Projekt Zeitensprung leitet. „Aufgrund der extrem dicht gepackten Information an dieser Fundstelle, wird von den Forschern in Mooswinkel eine Art „Schlüsselloch-Archäologie“ betrieben, um möglichst schonend für das Unterwasserdenkmal und kosteneffizient forschen zu können“, so Dworsky weiter. „Auf diese Weise können beispielsweise Fragen zur Entstehung und Auflösung der Pfahlbausiedlungen beantwortet werden.“

Blog

Um die Öffentlichkeit über das seit 2015 laufende Projekt „Zeitensprung“ zu informieren, werden die Unterwasserforscher im Pfahlbauten-Blog unter https://www.pfahlbauten.at/blog regelmäßig über den Fortschritt ihrer Arbeit berichten.


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