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ATTNANG-P. “75 Winter Danach“ ist die Konversation mit unserer ältesten Generation, die viele von uns nie hatten. Die oberösterreichische Kurzdokumentation ist ab sofort unter @75WinterDanach auf Instagram und Facebook angekündigt. Die Premiere findet am 5. Februar 2021 um 19 Uhr im Maximilianhaus in Attnang-Puchheim statt, gefolgt von einer Diskussion mit Johannes Lehner, dem ebenfalls aus Attnang-Puchheim stammenden Regisseur von „75 Winter Danach“. 

Franz Fellner und Regisseur Johannes Lehner Foto: Lehner
Franz Fellner und Regisseur Johannes Lehner Foto: Lehner

Über den Film

Ein gutmütiger Schneiderlehrling und ein damals überzeugter Hitlerjugend-Anführer erinnern sich hierbei zurück an ihren erbarmungslosen Alltag als Wehrmachtsoldaten an den Fronten des zweiten Weltkriegs, die Liebe zur eigenen Familie, begangene Verbrechen, unglaubliches Leiden als Kriegsgefangene in Sibirien, und was es heute, 75 Jahre später, bedeutet. Mit Hilfe von animierten Illustrationen, realem Filmmaterial und Fotos sowie Archivmaterial erzählen die zwei sehr unterschiedlichen Männer in knapp 30 Minuten ihre Geschichte.

Der damals überzeugte Hitlerjugend-Anführer Maximilian Palnstorfer wird Anfang 1945 an die Front entsendet, wo er verblendet von der nationalsozialistischen Propaganda mit seiner Kompanie erbittert an der Ostfront kämpft, um den Krieg doch noch herumzureißen. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches verbüßt er zwei Jahre an einem der damals wohl grausamsten Orte: einem sibirischen Arbeitslager. Er erinnert sich an viele Selbstmorde sowie an seine eigene, von jeglicher Menschlichkeit losgelöste Natur, und das Heulen der Wölfe, das den heute über 90-jährigen noch regelmäßig heimsucht. 

Franz Fellner aus Neukirchen an der Vöckla bekommt im Jahr 1940 seine Einberufung in die Deutsche Wehrmacht. Es sollen fünf bittere Jahre an der Ost- und Westfront werden. Fellner erzählt von gefallenen Kameraden, knappe Begegnungen mit feindlichen russischen Soldaten und seine Gefangennahme am Ende des Krieges.  

Der Regisseur

Johannes Lehner kommt ursprünglich aus Attnang-Puchheim und hat seine Leidenschaft zum Dokumentarfilm erst nach seiner Ausbildung im Tourismus entdeckt. Während des Master-Studiums in „Media Design“ an der FH Joanneum in Graz konnte er zahlreiche Erfahrung im dokumentarischen Storytelling sammeln, welche in einer Nominierung als „Esports Videographer of the Year 2019“ in Dallas gipfelte. Zu dieser Zeit wurde ihm bewusst, dass es kontinuierlich relevanter wird, Zeitzeugen-Geschichten der Fronten des zweiten Weltkrieges einzufangen. Daraus entstand die ursprüngliche Idee zu „75 Winter Danach“, die er dank der Hilfe des Landes Oberösterreich, der Stadt Graz und vieler talentierter Kreative schlussendlich auch umsetzen konnte.


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