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Bezirkshauptmann Beer: „Impfen ist ein Akt der Solidarität und braucht Mut statt Wut“

Martina Ebner, 17.08.2021 11:17

VÖCKLABRUCK. Die Impfzahlen gehen nicht mehr in dem Maß hinauf, wie sich das die Experten wünschen würden. Bezirkshauptmann Johannes Beer und der ärztliche Leiter des Salzkammergut Klinikums, Tilman Königswieser, weisen unisono darauf hin, dass Handlungsbedarf besteht. Beide senden dringende Appelle aus, von der Impfung Gebrauch zu machen.

Das Impftempo ist deutlich langsamer geworden, die Zahlen steigen.Foto: Weihbold
  1 / 3   Das Impftempo ist deutlich langsamer geworden, die Zahlen steigen.Foto: Weihbold

„Wir bitten die Bevölkerung nachdrücklich, zu den Impfstellen zu kommen, sich beraten zu lassen und nach genauer Abwägung des Nutzens mit den Risiken eine Impfentscheidung vorzunehmen, ohne dabei unbedacht auf die unseriören Vorurteile und Verschwörungstheorien vieler zu achten“, so Bezirkshauptmann Beer. Impfen ja oder nein sei keine politische Frage und keine Glaubensfrage. Es sei eine Frage der Aufgeklärtheit, der Verantwortlichkeit und eine Frage der gelebten Menschenwürde. „Jegliche Erwägung der Bewertung und Abwägung von Menschenleben ist dabei verwerflich und auszuschließen, wenn wir noch eine menschliche Gemeinschaft sein wollen“, findet Johannes Beer zudem klare Worte. Beer bringt aber auch den Begriff der Solidarität ins Spiel. Jeder, der sich nicht impfen lässt, aber geimpft werden könnte, sei nicht solidarisch.

Auch Jugend ins Boot holen

„Die Impfung wirkt fantastisch“, schickt Tilman Königswieser seinen Ausführungen voraus. Im Salzkammergut Klinikum wurden bislang 1.738 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt, 200 waren es in Spitzenzeiten, neun Covid-Stationen wurden betrieben. Diese Spezialstationen binden viel Potenzial. In Oö. wurde mit der Impfung der Älteren gestartet, es braucht seit März fast keine Maßnahmen mehr in Alten- und Pflegeheimen. „Die Impfung bietet Schutz vor einer schweren Erkrankung. Und wir brauchen auch die Jugendlichen zur Erreichung einer Herdenimmunität.“ Königswieser warnt zudem vor der Delta-Variante als sehr infektiös. Er rät auf jeden Fall zur Impfung. Nur bei einem ganz geringen Teil der Geimpften komme es zu positiven, aber milderen Ausbrüchen, die Impfung biete also zuverlässigen Schutz.

Impfung ist die wirksamste Methode hin zur Normalität

Königswieser: „Covid-19-Impfungen reduzieren bereits das Infektionsrisiko deutlich. Covid-19-Impfungen schützen insbesondere vor Erkrankungen und noch mehr vor schweren Erkrankungen.“ Seit 1. Februar 2021 mussten laut AGES mit Stand 4. August in Oberösterreich insgesamt 21.311 Covid-19-Erkrankungen diagnostiziert werden. 215 dieser Erkrankungen betrafen die 637.434 vollständig Geimpften. 21.146 Erkrankungen betrafen die 858.192 Nicht-Geimpften. 99 Prozent der symptomatischen Covid-Erkrankungen betreffen somit Nicht-Geimpfte.

Impfmöglichkeiten

Die Impfquote in der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck liege bereits bei über 90 Prozent, betont der Bezirkshauptmann. Geimpft wird im Bezirk Vöcklabruck im Einkaufszentrum Varena ohne Anmeldung, jeden Dienstag bis Freitag, jeweils von 10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr. In der Reva-Halle wird nach Anmeldung geimpft unter www.ooe-impft.at; Fragen und Antworten zur Impfung findet man aufwww.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung

Eine Auswertung aus dem e-Impfpass ergab zum 8. August folgenden Impfstand:Oberösterreich:

1. Impfung: 63,3 %, Vollimmunisierung: 57,4 %;

Bezirk Vöcklabruck: 1. Impfung: 61 %, Vollimmunisierung: 53,5 %

Einige Gemeindedaten aus dem Bezirk zur Vollimmunisierung:

Die meisten Impfungen gab es bisher in Weyregg/A., Schlusslicht war zum angegebenen Stichtag Oberwang.

Vöcklabruck: 57,5 %

Attnang-P.: 47,1 %

Schwanenstadt: 50,2 %

Oberwang: 42,2 %

Weyregg/A.: 64,6 %

Mondsee: 50,2 %

Schörfling/A.: 61 %

Innerschwand: 46 %

Frankenmarkt: 49,7 %

Wolfsegg: 58,5 %

St. Georgen/A.: 49,2 %

Niederthalheim: 54,6 %

Gampern: 55,8 %


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