Denkmal für Schwarzen Weltkriegspiloten
Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs stürzte in der Gamperner Ortschaft Pöring ein US-Amerikanischer Jagdflieger ab und verunglückte dabei tödlich. Das Besondere daran: Der Pilot Arnett W. Starks war Afroamerikaner und somit einer der ersten Farbigen, denen die US-Luftwaffe gestattete, eine Pilotenausbildung zu durchlaufen.

Das unter dem Namen „Tuskegee-Airman“ bekanntgewordene Programm sollte dazu beitragen, rassistische Vorurteile innerhalb der US-Streitkräfte aufzubrechen und letztlich die Frage beantworten, ob Farbige in der Lage wären, Flugzeuge im Kampfeinsatz zu steuern. „Besonders in den von Rassendiskriminierung und -Segregation geprägten Südstaaten der USA war diese Frage durchaus ernst gemeint. Die Ansicht, dass Menschen dunkler Hautfarbe zwar physisch brauchbar wären, geistig und moralisch jedoch nicht und somit von höheren Tätigkeiten auszuschließen seien, war Status-Quo innerhalb der Streitkräfte“, erklärt Antragsteller und Obmann der Bürgerinitiative Markus Vogtenhuber.
Brechen von gesellschaftlichen Erwartungen
Wie das Experiment letztlich ausging, verrät schon der Name „Red-Tailed-Angels“ (Engel mit roten Schwanzfedern – die Flugzeuge vom Typ P51 Mustang flogen mit rot gestrichenem Leitwerk), den sich die Tuskegee-Airman bei ihren Einsätzen als Bomber-Geleitschutz verdienten. „Anders als von manchen erwartet, bewiesen sich die Farbigen Flieger im Einsatz. Vielfach wurden sogar explizit die Red-Tailed-Angels angefordert, weil man sich nur in ihrem Schutz über Nazi-Deutschland besonders sicher fühlte“, so Vogtenhuber. Das pikante dabei: Den ausschließlich weißen-Bombercrews wurde nicht verraten, dass ihre Begleitjäger von Schwarzen gesteuert wurden, denn man wollte keine rassistisch motivierten Aufstände provozieren. „So gesehen, kämpften die Schwarzen Piloten gleichzeitig an mehreren Fronten: In Europa gegen den Nazi-Faschismus und zu Hause gegen Vorurteile, Rassendiskriminierung und für die Gleichstellung aller Menschen.“
Denkmal gegen das Vergessen
„Letztlich erfolgreich und für uns von der Bürgerinitiative Gampern (b!g) Grund genug diesen Kampf mit einem Denkmal zu würdigen“, fasst Vogtenhuber zusammen. Ein entsprechender Antrag wurde bereits gestellt und vom Hochbauausschuss der Gemeinde im Juni letzten Jahres auch einstimmig angenommen, allein an dem Willen zur Umsetzung scheint es bisher zu mangeln: „Wir freuen uns über die Zustimmung zum Antrag, sehen uns aber gezwungen nun Druck zu machen, da ohne unser Zutun ganz offensichtlich nichts weitergeht.“ Gerade im Lichte wieder aufflammender rassistischer Tendenzen in den USA – Stichwort Black Lives Matter – aber auch in Europa, sieht man bei der Bürgerinitiative die Chance durch ein Mahnmal gegen Krieg, Faschismus und Diskriminierung, positiv zur Bewusstseinsbildung beizutragen.


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