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UNGENACH. Am 10. Oktober um 10 Uhr wird der Erinnerungsort für Sternenkinder am Ungenacher Friedhof eingeweiht. Nach drei Jahren Engagement und Arbeit ist es nun so weit und die sensible Arbeit am Projekt wird sichtbar in Form eines Kunstwerkes, das unter anderem in Kooperation mit der Kunstuniversität Linz entstand. Der Erinnerungsort wird in den nächsten Tagen fertiggestellt.

 (Foto: AtlasStudio/Shutterstock.com)
(Foto: AtlasStudio/Shutterstock.com)

Der Verlust eines geliebten Menschen lässt sich kaum in Worte fassen und der Tod eines Kindes macht sprachlos, auch der eines ungeborenen. Statt dem ersten Schrei und Freudentränen bleiben Verzweiflung und unendliche Trauer zurück. Sternenkinder - gefühlt noch immer ein Tabuthema, dem sich die Menschen jedoch langsam öffnen. Das ist wichtig und auch richtig so.

Sternenkinder

Mit dem Begriff „Sternenkind“ bezeichnet man Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Fachlich bezeichnet werden sie als Tot- oder Fehlgeburten, diese Begriffe werden jedoch sehr abwertend dem ungeborenen Leben gegenüber empfunden. Der Begriff Sternenkind hingegen ist poetisch angehaucht und spiegelt die gefühlsmäßig starke Bindung der Eltern mit ihrem Kind wider, die große Bedeutung des noch ungeborenen Lebens. Ein Sternenkind wird so genannt, weil es in den Himmel ging, noch bevor es das Licht der Welt überhaupt erblickte und von dort als Stern herabsieht.

Ein Platz für Trauer

Am Ungenacher Friedhof gibt es ab 10. Oktober einen Ort zum Verweilen, zum Innehalten, zum Trauern und Erinnern für Eltern und Angehörige von Sternenkindern. Entstanden ist ein heller, lichtdurchfluteter, begehbarer Hohlkörper, der in seiner filigranen Ausführung an die menschliche Zerbrechlichkeit erinnert. Zarte Klänge der Windspiele erinnern an verstorbene Kinder, an eine verlorene Zukunft. Zum Kunstwerk gruppiert sich eine Bank und durch die Bepflanzung entsteht ein geschützter Ort, der den Besuchern Ruhe, Ungestörtsein und Muse ermöglicht.

„Ein Sternenkind ist für mich etwas nicht greifbares, doch wunderbares, weil es, wenn auch nur kurz, ein Leben war und seine Spuren hinterließ. So ist die Idee eines hellen, klingenden Raumes entstanden. Durch sein Gitterwerk fliest Licht und der Wind lässt zarte Klänge entstehen. Ähnlich wie unter einem blühenden Baum stehend, lässt der kleine hohe Raum den Blick der Eintretenden nach oben wandern, und verbreitet eine Atmosphäre von Leichtigkeit, Verbundenheit und Dankbarkeit“, so die Künstlerin Su-Mara Kainz.

Projekt umgesetzt 

Der Erinnerungsort für Sternenkinder entstand durch Kooperation, Zusammenarbeit und Engagement der Kunstuniversität Linz, der LEADER Region Vöckla Ager, des Gemeinnützigen Ungenacher Kulturvereins des Kunstreferates der Diözese Linz, der Pfarre Ungenach und der Gemeinde Ungenach. Su-Mara Kainz, Studentin der Kunstuniversität Linz wurde von einer Jury im Rahmen eines ausgeschriebenen Wettbewerbs ausgewählt ihr Projekt am Friedhof in Ungenach zu errichten. Diesen Sommer wurde das Projekt mit Betrieben aus unserer Region und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern gemeinsam mit der engagierten Künstlerin umgesetzt.


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