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SCHÖRFLING/A. Aufgrund des für die Feuerwehrkutsche benötigten Pferdes kam Hermann Bäuml, Sohn einer Mühlviertler Kleinhandelsfamilie mit Frächtergewerbe, zur Freiwilligen Feuerwehr. Begonnen hat er seine Laufbahn im Jahr 1943 in der Gemeinde Niederwaldkirchen als 13jähriger, wo er auf Grund des Pferdes seiner Eltern in den Feuerwehrdienst trat. 1950 kam er nach Schörfling und zur hiesigen Feuerwehr. Nun erhielt Hermann Bäuml die Ehrenurkunde für seine 80jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. 

v.l.: Bürgermeister Gerhard Gründl, Hermann Bäuml, FF-Kommandant Daniel Ennser und Abschnittskommandant Martin Schallmeiner bei der Überreichung der Ehrenurkunde im Rahmen der Vollversammlung der FF Schörfling (Foto: FF Schörfling)

Bäuml erinnert sich an eine Ausrückung zu einem Zugbrand am Bahnhof Niederwaldkirchen während der Kriegsjahre. Nur durch Zufall verfehlte der angreifende englische Tiefflieger die auf dem Feuerwehrwagen mitfahrenden Feuerwehrbuben.

Von 1947 bis 1949 war Hermann Bäuml Mitglied bei der FF St. Peter am Wimberg, da er in dieser Gemeinde seine Bäckerlehre absolvierte. Er erinnert sich in dieser Zeit an große Brandeinsätze, die beispielsweise durch Blitzschlag eingetreten sind. In Schörfling engagierte er sich von Anfang an in der Nachwuchsarbeit. „Kinder sind mir eigentlich immer zugelaufen“, sagt Bäuml im Tips-Gespräch. Die Funktion des Jugendbetreuer entstand erst viel später. Von 1953 an war Hermann Bäuml 15 Jahre als Zeugwart und danach von 1968 bis 1998 ganze 30 Jahre Kommandant-Stellvertreter. Im Anschluss bekleidete er im erweiterten Kommando die Funktion des Reservistenvertreter. Neben seiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Schörfling war Hermann Bäuml auch eines der ersten Mitglieder der damaligen freiwilligen Betriebsfeuerwehr der Lenzing AG, seinem Dienstgeber.

Wettlauf der Feuerwehren

Schörflings Kommandant Daniel Ennser: „Es ist beeindruckend, mit welcher Begeisterung Hermann Bäuml aus der Vergangenheit und den damaligen Umständen erzählt. Und das ist natürlich auch aus heutiger Sicht interessant. Als Reservistenvertreter war er auch stets bemüht um den kameradschaftlichen Zusammenhalt.“ Und wie das früher im Mühlviertel? Die jungen Feuerwehrmänner mussten bei den Übungen das Wasser mit Kübeln vom Bach holen, denn Benzin für die Pumpen war nur für die Einsätze vorhanden. Jedes Haus hatte damals eine sogenannte Luftschutzspritze, mit dieser mussten sie regelmäßig im Luftschutzhaus am Dorfplatz an Löschübungen teilnehmen. Auch an den Wettlauf mit der FF Seewalchen in den 1950iger und 60iger Jahren erinnert sich Bäuml. Im Zuge mehrerer Großbrände in der damaligen Möbelfabrik Hummelbrunner in Steinbach/A. ging es darum, wer als Erster am Einsatzort war. Markant auch der Brand des Bräuhaus Litzlberg (heute Litzlberger Keller) im Jahr 1954. Zu dieser Zeit lag über ein Meter Schnee und der See war zugefroren. Bäuml ging bei minus 20 Grad barfuß in Gummistiefeln in den Einsatz. Zum Löschen mussten mühsam Löcher in das dicke Eis geschlagen werden, um an Wasser zu kommen. Das Feuer schaffte es auf Grund der dicken Schneeauflage nicht durch das Dach. Im Anschluss wurden die damaligen, besonders schweren Hanfschläuche gefroren, „in Stangenform“ nach Hause transportiert und bei den Landwirten in die Ställe gelegt. Erst nach zwei bis drei Wochen waren die Schläuche wieder abgetaut und konnten in die Feuerwehrautos gebracht werden. Im Sommer 1954 rückten Hermann Bäuml und seine Kameraden zum Hochwassereinsatz nach Ottensheim und Goldwörth aus. Hier galt es, mittels Unterstützung von militärischen Booten und Pontons die Tiere zu retten, da sich damals die Einheimischen nicht auf die Boote trauten.

Hermann Bäuml wurde von der Feuerwehr auch immer dann vorgeschickt, wenn es galt, Wespen- oder Hornissennester zu beseitigen. Jahrelang hat er diese eher undankbare Aufgabe erfüllt.

Unzählige Auszeichnungen und Abzeichen bekunden das große Engagements Hermann Bäumls in 80 Jahren Feuerwehr. Besonders freut ihn, dass er seinen Spind an seinen Schwiegerenkel weitergeben konnte und es durch diesen für Ihn wieder ein Stück einfacher geworden ist, an der Kameradschaft der FF Schörfling teilzunehmen. „Die Feuerwehr ist mein Leben“, fasst Ehren-Oberbrandinspektor Hermann Bäuml zusammen. Und heute noch liegt der Pager bereit - man muss ja wissen, was passiert ist. Hermann Bäuml kennt man in Schörfling zudem auch als begnadeten Baumschneider und Nikolaus (an die 70 Jahre), der vielen Kindern große Freude bereitet hat. Heute noch sagen viele Mütter, wenn sie ihn treffen: „Ah, der Nikolaus.“


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