Schneeschmelze legt Müll frei: Wenn Wiesen, Wege und Parkplätze zum Problem werden
VÖCKLBRUCK. Mit dem Tauwetter wird sichtbar, was im Winter verborgen blieb. Hundesackerl, Plastik und Papier belasten Wiesen, Tiere und zunehmend auch Parkflächen im Alltag.
Der Winter hat vieles zugedeckt. Jetzt, wo Schnee und Eis verschwinden, zeigt sich, was monatelang liegen geblieben ist. Entlang von Wegen, an Waldrändern und vor allem auf landwirtschaftlichen Flächen finden sich Hundesackerl, Verpackungen und Papier. Was im Schnee kaum auffiel, prägt im Frühjahr plötzlich ganze Wiesen – genau dort, wo bald wieder Futter für Nutztiere wächst.
Wenn Müll ins Futter gerät
Für Bauern ist das mehr als ein optisches Ärgernis. Gelangen Hundekot, Plastik oder Metall beim Mähen in Heu oder Silage, drohen Verletzungen und Erkrankungen bei Tieren. Krankheitserreger aus Hundekot stehen zudem im Zusammenhang mit Fehlgeburten bei Rindern. Achtlos weggeworfener Müll kann damit direkte Folgen für Tiergesundheit und Lebensmittelproduktion haben.
Landwirt Leo Steinbichler bringt es auf den Punkt: Wer von Regau Richtung Vöcklabruck fährt, findet kaum noch eine Wiese oder einen Acker ohne Müllreste. Ein Bild, das vielerorts jedes Frühjahr sichtbar wird.
Engagement mit Grenzen
Flurreinigungsaktionen wie „Hui statt Pfui“ leisten wertvolle Arbeit. Freiwillige sammeln Müll an Straßen, Bächen und Ufern. Doch viele Verschmutzungen liegen abseits – mitten in Feldern oder schwer zugänglichen Bereichen. Diese Flächen bleiben oft ungereinigt, die Belastung für Betriebe besteht weiter.
Neue Müll-Hotspots
Zunehmend fällt auch Müll rund um Elektrotankstellen auf. Auf Parkplätzen von Märkten fehlen oft Abfallbehälter, Verpackungen bleiben liegen. Orte, an denen Fahrzeuge länger stehen, werden so zu neuen Problemzonen.
Mit dem Start der Vegetationsperiode entscheidet sich, wie sauber Landschaft und Ortsbild in den Frühling gehen. Hundekot gehört entsorgt, nicht ins Gras. Was jetzt liegen bleibt, bleibt sichtbar.