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NEUKIRCHE/VÖCKLA. Die geplante Kompostieranlage in Neukirchen an der Vöckla sorgt weiter für Diskussionen. Nun machte sich Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder selbst ein Bild von der Situation.

Landesrat Stefan Kaineder beim Lokalaugenschein mit Johann Harringer, Wirt in der Spöck (v. li.) (Foto: Land OÖ/Werner Dedl)

Die geplante Errichtung einer rund 14.000 Quadratmeter großen Kompostieranlage auf einer Waldlichtung in Neukirchen an der Vöckla beschäftigt Anrainer und Politik. Nach einem Anruf im Rahmen seiner Kampagne „da für Dich“ besuchte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder den Standort und sprach mit dem betroffenen Wirt Johann Harringer vom Gasthaus „Wirt in der Spöck“.

Sorgen um Betrieb und Naherholung

Die geplante Anlage soll auf einer bislang als Wanderziel und Naherholungsgebiet genutzten Waldlichtung entstehen. Dafür wären umfangreiche Geländeeingriffe mit Anschüttungen und Abgrabungen erforderlich. Das Gasthaus liegt nur rund 460 Meter vom geplanten Standort entfernt. Harringer befürchtet Auswirkungen auf seinen Betrieb, insbesondere durch mögliche Geruchs- und Lärmbelastung.

Kaineder betont, dass solche Sorgen ernst genommen werden müssten. Wer um seine Existenz fürchte, habe Anspruch darauf, dass sich die Politik vor Ort selbst ein Bild mache.

Behördenverfahren läuft

Grundsätzlich seien zusätzliche Kapazitäten für die Kompostierung in Oberösterreich notwendig. Vor allem im Bezirk Vöcklabruck und im Inneren Salzkammergut werde durch den Ausbau der Biotonne künftig mit mehr biogenen Abfällen gerechnet. Gleichzeitig müsse jedoch jeder Standort sorgfältig geprüft werden.

Im laufenden Behördenverfahren werden derzeit unter anderem die Auswirkungen auf Grundwasser, Luft, Lärm, Wald, Natur und Landschaft untersucht. Besonders die Veränderungen des Landschaftsbildes und des Naturraums stoßen bei Anrainern auf Kritik. Auch mögliche Auswirkungen auf den nahegelegenen Gastronomiebetrieb sind Teil der Diskussion.

„Der Wirt in der Spöck ist ein Traditionsgasthaus, wie es viele schon nicht mehr gibt. Das ist ein Familienbetrieb und ein Stück regionales Leben. Wir brauchen hier Sensibilität in der Abwägung zwischen abfallwirtschaftlicher Bedarfsdeckung und Eingriffen in Natur- und Erholungsraum“, so Kaineder. 


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