Dürre am Attersee: Behörde drosselt jetzt den Abfluss
SCHÖRFLING. Der Attersee verliert derzeit deutlich mehr Wasser, als ihm zufließt. Jetzt greift die Behörde ein und reduziert den Abfluss am Klauswehr.

Die anhaltende Trockenheit setzt dem Attersee und der Ager massiv zu. Innerhalb nur einer Woche ist der Pegel des Attersees um vier Zentimeter gefallen. Um einen ökologisch kritischen Niedrigwasserbereich zu verhindern, hat die Wasserrechtsbehörde jetzt eine vorübergehende Änderung der Steuerung am Klauswehr angeordnet. Der Abfluss in die Ager wird ab sofort von zuletzt knapp 6,9 auf 4,5 Kubikmeter pro Sekunde reduziert.
Attersee verliert täglich Wasser
Wie angespannt die Situation ist, zeigen die Messungen: Am 5. August lag der Pegel noch bei 100 Zentimetern, am 12. August waren es nur noch 96 Zentimeter. Gleichzeitig gelangen über die Seeache aus dem Mondsee derzeit lediglich rund 2,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Attersee. Ohne kräftigen Regen verliert der See damit laufend mehr Wasser, als ihm zufließt.
„Wir müssen jetzt handeln und dürfen nicht warten, bis die Ager nur noch ein Rinnsal ist“, erklärt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Durch die Reduktion am Klauswehr soll das Absinken des Attersees in den kommenden Tagen etwa halbiert werden. Das Wasser bleibt länger im See und kann über einen längeren Zeitraum kontrolliert an die Ager abgegeben werden.
Kritische Situation für die Ager verhindern
Nach der bisherigen Wehrbetriebsordnung würde der Abfluss erst bei einem Attersee-Pegel unter 93 Zentimetern schrittweise sinken. Im Extremfall wären bei 80 Zentimetern nur noch 1,7 Kubikmeter pro Sekunde vorgesehen – aus gewässerökologischer Sicht für die Ager äußerst kritisch.
Die Sonderregelung gilt, bis der Attersee 88 Zentimeter erreicht. Steigt der Pegel hingegen wieder auf 96 Zentimeter, wird ebenfalls auf den normalen Betrieb umgestellt. Der Gewässerbezirk Gmunden beobachtet die Entwicklung laufend.
„Wir können Regen nicht herbeizaubern. Aber wir können mit dem vorhandenen Wasser so sorgsam umgehen, dass wir die Schäden für Seen, Flüsse und ihre Tierwelt möglichst klein halten“, sagt Kaineder.








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