Erfahrungen aus dem Zivildienst beim Roten Kreuz im Bezirk Vöcklabruck
REDLHAM. Der Zivildienst könnte sich künftig verändern. Drei junge Männer aus dem Bezirk Vöcklabruck berichten über ihre Erfahrungen beim Roten Kreuz und darüber, was sie aus ihrem Dienst mitnehmen.

Blaulicht, Funkverkehr, ein medizinischer Notfall: Situationen, die Paul Kühholzer bislang nur aus dem Fernsehen kannte, gehören in seinem Zivildienst plötzlich zum Alltag. „Ich habe wirklich geglaubt, dass der Zivildienst die langweiligste Zeit meines Lebens wird“, erzählt der 20-jährige Zivildiener der Rotkreuz-Ortsstelle Redlham. Heute erlebt er Rettungseinsätze, Teamarbeit und Verantwortung für andere. Wie Kühholzer leisten jährlich rund 650 junge Männer ihren Zivildienst beim OÖ. Roten Kreuz.
Schon die Ausbildung zum Rettungssanitäter zeigte Kühholzer sowie David Zoister (19) und Eric Bürgler (21) von der Ortsstelle Frankenmarkt, was sie in den kommenden Monaten erwarten würde. „Ich habe schnell gemerkt, wie sehr mich die Einsätze und die unterschiedlichen Lebenssituationen der Patientinnen und Patienten interessieren“, sagt Kühholzer. Für Zoister sind vor allem Gemeinschaft und Zusammenhalt prägend. „Auf der Ortsstelle ist man nie allein. Man arbeitet gemeinsam, erlebt viel und kann gleichzeitig etwas Gutes tun“, sagt er. Besonders wertvoll sei für ihn die Ausbildung: „Wenn man später einmal selbst mit einem medizinischen Notfall konfrontiert ist, weiß man, was zu tun ist.“
Zivildiener bei rund jedem dritten Rettungseinsatz dabei
Die künftige Dauer des Zivildienstes ist derzeit Teil der Verhandlungen der Bundesregierung. Am 30. September soll ein Ministerratsentwurf vorliegen. Nach aktuellem Stand könnte der neunmonatige Zivildienst ab 2027 zunächst freiwillig auf elf Monate verlängert werden. Ab 2028 könnte unter bestimmten Voraussetzungen eine verpflichtende Verlängerung folgen.
Das Rote Kreuz ist Österreichs größte Zivildienstträgerorganisation. Im OÖ. Roten Kreuz leisten jährlich rund 650 junge Männer ihren Zivildienst. Sie sind überwiegend im Rettungsdienst tätig und bei rund einem Drittel aller Rettungseinsätze dabei. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur flächendeckenden Versorgung in Oberösterreich.
Für viele endet das Engagement nicht mit dem Zivildienst: Rund 80 Prozent bleiben dem OÖ. Roten Kreuz anschließend als freiwillige Mitarbeiter erhalten.
OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz sieht in einer freiwilligen Verlängerung Chancen: „Die jungen Menschen können ihre Erfahrungen und Kompetenzen weiter vertiefen, gleichzeitig profitieren das OÖ. Rote Kreuz und damit die Bevölkerung von ihrer zusätzlichen Mitarbeit.“
„Es tut gut, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen“
Was Zivildiener aus dieser Zeit mitnehmen, geht über medizinisches Wissen hinaus. „Die Entscheidung für den Zivildienst war für mich die beste, weil ich extrem viel fürs Leben gelernt habe“, sagt Eric Bürgler und betont: „Es tut gut, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen, Verantwortung übernehmen zu müssen und dafür auch geradezustehen.“
Für David Zoister steht deshalb fest, dass er sich wieder für diesen Weg entscheiden würde: „Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich wieder hierherkommen – selbst wenn der Zivildienst auf elf Monate verlängert wird.“
Für die Zivildienst-Turnusse im April und Juli 2027 gibt es beim OÖ. Roten Kreuz noch freie Plätze. Informationen und Möglichkeiten zur Bewerbung gibt es unter https://www.roteskreuz.at/oberoesterreich/ich-will-helfen/zivildienst








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