Trockenheit fordert Landwirtschaft im Bezirk Vöcklabruck
BEZIRK VÖCKLABRUCK. Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen stellen die Landwirtschaft im Bezirk Vöcklabruck vor große Herausforderungen.

Laut Bezirksbauernkammer beträgt das Niederschlagsdefizit in der Hauptvegetationsperiode bis zu 90 Prozent. Die Auswirkungen zeigen sich bei nahezu allen Kulturen und führen zu geringeren Erntemengen.
Besonders betroffen sind tierhaltende Betriebe, die vor der Frage stehen, Futter zuzukaufen oder Tierbestände zu reduzieren. Gleichzeitig versuchen die bäuerlichen Familienbetriebe, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Der hohe Dauergrünlandanteil, gezielte Bodenbearbeitung und der Aufbau humusreicher Böden sollen dabei helfen, Wasser länger im Boden zu speichern. Mehr als 84 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk nehmen am ÖPUL teil.
Hofnachfolge als Herausforderung
Neben den Wetterextremen beschäftigt die Landwirtschaft auch die Frage der Hofnachfolge. Gerade junge Betriebsübernehmer stehen vor steigenden Kosten, zunehmender Bürokratie und wechselnden gesetzlichen Vorgaben. Verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit seien daher wichtige Voraussetzungen für langfristige Investitionen, betont BBK-Obmann Alfred Lang.
Eine wichtige Rolle spielt im Bezirk die Rinderhaltung. Von 1.934 landwirtschaftlichen Betrieben halten 1.184 rund 60.166 Rinder, darunter 17.729 Milchkühe und 6.923 Mutterkühe. Auch Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Geflügel, Wild sowie Bienen und Fische werden in der Region gehalten.
Regionalität im Mittelpunkt
Die Bezirksbauernkammer will zudem das Bewusstsein für heimische Lebensmittel stärken. Im Bezirk gibt es zwölf „Schule am Bauernhof“-Betriebe. 2025 nahmen bei 165 Veranstaltungen 2.921 Kinder und Jugendliche teil. Auch drei Seminarbäuerinnen vermitteln bei Kochvorführungen, Workshops und Veranstaltungen Wissen über regionale Lebensmittel.
Für die Landwirtschaftskammer bleibt auch die Milchproduktion ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Bezirk. Die Rahmenbedingungen für die Betriebe müssten langfristig planbar und wirtschaftlich tragfähig sein.
Laut Landwirtschaftskammer soll ein 240 Millionen Euro schweres Dürrehilfe-Paket des Bundes die Betriebe angesichts der aktuellen Schäden unterstützen. Vorgesehen sind unter anderem höhere Prämienzuschüsse zur Dürreversicherung, befristete Erleichterungen bei Sozialversicherungsbeiträgen und Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite.








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