VÖCKLABRUCK. Klein Fynn liegt auf einer weichen Decke mitten im Wohnzimmer. Nicht nur hier bildet er das Zentrum, auch das Leben der kleinen Familie wird vom Befinden des jüngsten Sprosses bestimmt. Alles dreht sich um ihn. Keine leichte Aufgabe für die junge Mama und die Schwester Emily, denn Fynn leidet am Charge Syndrom.
Eine spontane Mutation beim Entstehen neuen Lebens hat das Dasein der Familie Kröll vollkommen auf den Kopf gestellt. Fynn wurde mit dem Charge Syndrom geboren. Zu Beginn seines jungen Lebens war noch vieles unklar. Schon vier Herzoperationen und zwei Nasenoperationen musste das Kleinkind über sich ergehen lassen – alles zur Rettung seines Lebens. Für Sylvia Kröll zählen die letzten Monate wohl zu den härtesten in ihrem Leben. Wenn sie über den Zustand ihres Sohnes spricht, glaubt man, eine angehende Ärztin vor sich sitzen zu haben. Bestens ist die junge Mutter informiert – eine schwierige Aufgabe, weil das Charge Syndrom eine seltene Krankheit ist –, hat sich Bücher gekauft, informiert sich im Internet und saugt alles auf, was sie zu dem Thema findet. Ihr größter Wunsch wäre, Gleichgesinnte zu finden, um sich mit ihnen auszutauschen. Finanzielle Lage ist sehr schwierig Aktuell befindet sich die 26-Jährige noch in Karenz. Was danach kommt, steht in den Sternen. Die gelernte Verkäuferin muss zudem jeden Euro zwei Mal umdrehen, um durchs Leben zu kommen, denn Fynns Vater hat sie verlassen, konnte nicht mit der Beeinträchtigung seines Sohnes leben. So meistert die junge Mami alleine den Alltag. Unterstützt wird sie von ihrer Familie, einer Familienhelferin, einer Heimhelferin und ihrer achtjährigen Tochter Emily, der Sonnenschein der jungen Mami und eine tolle Schwester für den kleinen Fynn. Sie singt für ihn, trägt ihn herum und hat ihn einfach nur lieb. Klein Fynn macht es ihr auch leicht. Mit seinen rotblonden Haaren, den blauen Augen und seinem Lächeln wickelt er jeden um den Finger. Von der Welt selbst hat der junge Mann noch nicht viel gesehen. Sieben Monate ist er alt und verbrachte lediglich wenige Wochen im Heim seiner Lieben. Auch nach draußen darf er nicht. Die Infektionsgefahr wäre zu groß. Lediglich wenn es zu den zahlreichen Therapien (Physio-, Ergo- und Logopädie) geht, dann schnuppert er frische Luft. Nächstgrößere Herzklappe wird eingesetzt Bald steht die nächste Operation im AKH Linz ins Haus. Mitte März wird ihm eine größere Herzklappe eingesetzt. Seine Mama bangt dem Termin angstvoll entgegen. Jede Operation sei eine enorme Herausforderung, und es sei nicht sicher, dass sie gelinge. Auch wie es mit Fynns Blindheit und Taubheit weitergehen werde, ist noch unsicher. Welche Förderungen er noch braucht, ob er jemals selbstständig schlucken und damit essen lernt, all das wird ein langer Weg. Doch seine Mama und seine Schwester sind bereit, diesen mit ihm zu gehen. Wer der Familie Kröll helfen möchte oder Informationen zum Charge Syndrom hat, der darf sich jederzeit mit Sylvia Kröll in Verbindung setzen: 0699/10523263.
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