Krankenhaus-Personal weist mit Flashmob auf Extremsituation bei Hospitalisierungen hin und will Ungeimpfte wachrütteln (Update)

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Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 22.10.2021 09:41 Uhr

VÖCKLABRUCK. Die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen macht allen Sorgen. In den Krankenhäusern kämpfen auch die Ärzte mit der hohen Zahl an Hospitalisierungen. Diese tagtägliche Herausforderung könnte mit einer höheren Impfquote deutlich abgefedert werden. Um darauf aufmerksam zu machen, trat nun das Krankenhaus-Personal flächendeckend in ganz Oberösterreich vor die Häuser - Tips hat bereits kurz berichtet. Die Aktion zeichnete ein starkes Bild des KH-Personals in ganz Oberösterreich

Von Rohrbach und Freistadt im Norden bis Bad Ischl, Kirchdorf, Gmunden und Vöcklabruck im Süden. Von Braunau, Ried und Schärding im Westen bis Steyr im Osten. Und auch im Zentralraum von Linz und Wels: Gleich 17 Krankenhäuser aller Träger präsentierten sich gestern als starke Einheit. In einem etwa 15 Minuten dauernden Flashmob – also einem scheinbar zufälligen Menschenauflauf – traten Ärzte gemeinsam mit dem Pflege-, Reinigungspersonal sowie mit allen anderen Mitarbeitern vor die Häuser. Mit verschiedenen einprägsamen Plakat-Slogans (etwa: „Nur Klatschen hilft uns nicht – lass dich impfen!“), die von der Ärztekammer für Oberösterreich konzipiert und angefertigt wurden, wurde darauf hingewiesen, dass viele Hospitalisierungen mit einer Impfung nicht passieren würden. Die flächendeckende Aktion im gesamten Bundesland gab dabei ein starkes Bild der Ärzteschaft und des Personals ab. Ein wichtiges Bild. Denn wenn es zu keinem Umdenken kommt, droht ein dritter Winter in Folge, in dem alle eine massive Mehrarbeit leisten müssen. Das müsste aber nicht sein, wenn die stagnierende Impfquote massiv erhöht wird. Mit der besonnenen Aktion sollen alle wachgerüttelt und überzeugt werden, die sich bis dato nicht haben impfen lassen. Zuletzt waren von den 31 Covid-Patienten auf OÖ-Intensivstationen 24 nicht vollständig immunisiert, das entspricht 77,4 Prozent. Von den 156 Covid-Patienten auf Normalstationen waren 92 nicht vollständig immunisiert, das sind 59 Prozent.

Stimmen sind eindeutig und mahnend

„Die Ärzte haben bereits zwei extrem harte Corona-Winter hinter sich, haben dabei hart für die Patienten gearbeitet. Nun kursiert die Angst vor der nächsten Welle. Weil das Gesundheitspersonal ohnehin bereits sehr stark eingespannt war und ist, muss endlich für die nötige Entlastung gesorgt werden. Daher bitten wir als Ärzteschaft die Menschen, sich impfen zu lassen.“ Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich.

„Sich impfen zu lassen, bedeutet nicht nur einen Selbstschutz. Denn wer sich impft, schützt auch seine Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen. Wer sich hingegen nicht impfen lässt, handelt egoistisch und wenig rücksichtsvoll, und bringt auch uns Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal in Gefahr. Wir wollen doch alle, dass die Pandemie bald zu Ende ist.“ Harald Mayer, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich.

 „Das Personal in den Krankenhäusern war quer durch alle Bereiche bereits vor Corona am Limit. Seit Monaten kommt auch noch die Pandemie dazu. Mit der Impfung könnten die Menschen einen wertvollen Beitrag leisten, die Kollegen zu entlasten. Daher lautet unser Appell an alle, die bisher noch keine Schutzimpfung erhalten haben: Bitte lassen Sie sich impfen!“ Alfred Mayr, Zentralbetriebsrat der Oberösterreichischen Gesundheitsholding GmbH (OÖG).

 „Unsere Mitarbeiter sind seit mehr als eineinhalb Jahren extrem gefordert, sehen jeden Tag sehr viel Leid, das durch die Impfung vermeidbar wäre. Das belastet und verärgert zugleich. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich auch die noch Ungeimpften für unser Klinikpersonal einsetzen, um auch ihnen wieder ein normales Leben zu ermöglichen.“ Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG).

 „In der Öffentlichkeit scheinen COVID-PatientInnen in Zahlen auf, der Versorgungsaufwand bleibt weitestgehend unbeachtet. Das Arbeiten in PSA-Schutzkleidung, Maske, Visier und höchster Hygienevorschriften bringt Mediziner und Pflegekräfte ebenso an ihre Grenzen wie die psychische Belastung. Dies hat die ohnehin schwierige Personalsituation zusätzlich verschärft. Unsere Ärzte und Pflegekräfte kämpfen um jedes Leben - unabhängig ob geimpft oder nicht. Aber wir bitten die Bevölkerung uns zu unterstützen, das eigene Leben zu schützen.“ Mag. Peter Ausweger, Geschäftsführer der Oberösterreichischen Ordensspitäler Koordinantions GMBH.

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